Instant Baufi ist da. Die meisten Banken haben keinen durchgehend digitalen Prozess. Zwischen Antrag und Auszahlung liegen noch immer Faxgeräte und Rückfragen.

Apr 28, 2026
Transformation
Das Versprechen und die Realität
Die ING hat mit der Interhyp Gruppe im Frühjahr 2026 eine Instant Baufi gestartet, eine automatisierte, schnelle Kreditentscheidung in maximal einer halben Stunde. Das Versprechen ist beeindruckend, und es setzt einen neuen Maßstab. Doch die Realität bei den meisten Instituten sieht anders aus: Der Antrag kommt digital, die Dokumente folgen per E-Mail, die Rückfragen per Telefon, und die Unterzeichnung verlangt oft noch Papier. Zwischen dem digitalen Anfang und dem digitalen Ende liegt eine Kette von Brüchen.
Diese Brüche sind das eigentliche Problem der digitalen Baufinanzierung. Es genügt nicht, einzelne Schritte zu digitalisieren, solange der Prozess als Ganzes immer wieder aus dem digitalen Fluss herausfällt. Jeder Bruch kostet Zeit, schafft Fehlerquellen und frustriert den Kunden, der einen durchgehenden digitalen Prozess erwartet und stattdessen zwischen den Kanälen hin und her geworfen wird.
Wo der Prozess heute bricht
Der erste typische Bruch liegt zwischen Antrag und Dokumenten. Der Kunde stellt den Antrag digital, muss die Unterlagen dann aber per E-Mail oder gar per Post nachreichen, weil es keinen durchgehenden digitalen Weg gibt. Die Dokumente landen in einem Postfach, müssen manuell zugeordnet und geprüft werden, und schon ist der digitale Fluss unterbrochen. Was digital begann, wird zur manuellen Sortierarbeit.
Der zweite Bruch liegt bei den Rückfragen. Fehlt ein Dokument oder ist eine Angabe unklar, folgt der Anruf oder die E-Mail, oft mit Tagen Verzögerung. Der Kunde wartet, der Sachbearbeiter wartet, und der Prozess steht. Der dritte Bruch liegt bei der Unterzeichnung, die in vielen Häusern noch immer Papier verlangt, obwohl die digitale Signatur längst verfügbar wäre. Jeder dieser Brüche fügt Tage hinzu und verwandelt einen potenziell schnellen Prozess in einen langsamen.
Warum die Brüche so hartnäckig sind
Die Brüche sind hartnäckig, weil sie an den Übergängen zwischen Systemen und Abteilungen liegen. Die einzelnen Schritte sind oft durchaus digitalisiert, aber sie sind es jeder für sich, ohne dass die Übergänge zwischen ihnen digital wären. Das Antragssystem spricht nicht mit dem Dokumentensystem, das Dokumentensystem nicht mit der Prüfung, die Prüfung nicht mit der Unterzeichnung. An jedem Übergang fällt der Prozess aus dem digitalen Fluss.
Hinzu kommt, dass die Brüche oft unsichtbar sind, solange man den Prozess nicht als Ganzes betrachtet. Jede Abteilung sieht nur ihren Teil und hält ihn für digital. Erst wer den gesamten Weg von der Antragstellung bis zur Auszahlung verfolgt, erkennt die Brüche an den Übergängen. Genau deshalb ist der erste Schritt zur Lösung, den Prozess als Ganzes sichtbar zu machen und die Brüche zu benennen.
Was die Instant Baufi richtig macht
Die Instant Baufi der ING zeigt, wie es anders geht. Sie beschafft die Objektdaten automatisch aus amtlichen Quellen, statt sie vom Kunden zu verlangen. Sie prüft die Bonität über einen digitalen Kontoblick, statt Gehaltsnachweise einzusammeln. Damit fallen genau die Schritte weg, an denen der Prozess sonst bricht: die Dokumentenbeschaffung und die Rückfragen. Der Prozess bleibt im digitalen Fluss, weil die Brüche von vornherein vermieden werden.
Die Lehre ist nicht, dass jedes Institut sofort eine Instant Baufi bauen muss. Die Lehre ist, dass die Geschwindigkeit aus der Vermeidung der Brüche entsteht, nicht aus der Beschleunigung der einzelnen Schritte. Wer seine Baufinanzierung schneller machen will, sollte nicht zuerst die einzelnen Schritte optimieren, sondern die Brüche an den Übergängen beseitigen. Dort liegt die meiste verlorene Zeit, und dort liegt der größte Hebel.
Die Kosten der Brüche
Die Brüche im Prozess kosten auf mehreren Ebenen. Sie kosten Zeit, weil jeder Übergang zwischen den Kanälen Verzögerung schafft. Sie kosten Geld, weil die manuelle Überbrückung der Brüche Personal bindet. Und sie kosten Abschlüsse, weil Kunden in einem schnellen Markt nicht warten, sondern zu dem Anbieter gehen, der schneller zusagt. In einem Umfeld, in dem attraktive Objekte binnen Tagen vergeben sind, kann ein langsamer Prozess den Abschluss kosten.
Besonders teuer ist der Bruch, der den Kunden frustriert. Wer einen digitalen Antrag stellt und dann aufgefordert wird, Dokumente per Post zu schicken und auf telefonische Rückfragen zu warten, erlebt einen Widerspruch zwischen dem digitalen Versprechen und der analogen Realität. Diese Enttäuschung beschädigt die Beziehung, und sie macht den Kunden empfänglich für das Angebot des Wettbewerbers, der den durchgehenden Prozess bietet.
Warum einzelne Digitalisierung nicht genügt
Viele Institute haben einzelne Schritte ihres Baufinanzierungsprozesses digitalisiert und halten ihn deshalb für digital. Doch ein Prozess ist nur so digital wie sein schwächster Übergang. Solange auch nur ein Bruch bleibt, an dem der Prozess aus dem digitalen Fluss fällt, ist der Gesamtprozess nicht durchgehend digital, egal wie viele einzelne Schritte digitalisiert sind. Die Kette reißt an ihrem schwächsten Glied.
Das ist der Grund, warum die Optimierung einzelner Schritte oft enttäuscht. Wer den Antrag noch komfortabler macht, aber den Bruch bei der Dokumentenbeschaffung lässt, gewinnt wenig, weil der Prozess weiterhin an dieser Stelle bricht. Die wirksame Verbesserung setzt nicht bei den einzelnen Schritten an, sondern bei den Übergängen zwischen ihnen, also genau dort, wo der Prozess heute reißt.
Die Übergänge als eigentliche Aufgabe
Die eigentliche Aufgabe der digitalen Baufinanzierung liegt in den Übergängen. Wie kommen die Dokumente ohne Bruch vom Kunden in die Prüfung? Wie werden Rückfragen ohne Telefon und Verzögerung geklärt? Wie wird unterzeichnet, ohne dass Papier ins Spiel kommt? Wer diese Fragen beantwortet, schließt die Brüche und macht den Prozess durchgehend. Die Antworten liegen oft in der Verknüpfung der Systeme und in der konsequenten Nutzung digitaler Möglichkeiten, die längst verfügbar sind.
Dabei muss nicht alles auf einmal gelöst werden. Es genügt, mit dem teuersten Bruch zu beginnen, ihn zu schließen und dann zum nächsten zu gehen. Jeder geschlossene Bruch verkürzt den Prozess und verbessert die Erfahrung des Kunden. Dieser schrittweise Weg ist realistischer als der Versuch, sofort einen vollständig automatisierten Prozess wie die Instant Baufi zu bauen, und er bringt schon mit dem ersten geschlossenen Bruch spürbaren Nutzen.
Die Plattform-Frage
Ein durchgehender digitaler Prozess wirft am Ende die Frage auf, ob man ihn selbst baut oder eine Plattform nutzt. Die Instant Baufi der ING ist von vornherein plattformfähig angelegt, sodass künftig auch andere Banken den beschleunigten Prozess nutzen können. Für viele Institute kann das der schnellere Weg sein: nicht jeden Bruch einzeln und allein zu schließen, sondern sich an eine Plattform anzuschließen, die den durchgehenden Prozess bereitstellt.
Welcher Weg richtig ist, hängt vom Haus ab, von seiner Größe, seinen Ressourcen und seinem Anspruch auf Eigenständigkeit. Wichtig ist, die Frage bewusst zu stellen, statt aus Gewohnheit alles selbst zu bauen oder vorschnell alles auszulagern. Wir helfen Ihnen, die Brüche in Ihrer Baufinanzierung zu erfassen und zu entscheiden, welche Sie selbst schließen und wo eine Plattform der bessere Weg ist. Beginnen Sie mit einer Potenzialanalyse.
Der Kunde merkt den Unterschied sofort
Anders als manche interne Verbesserung merkt der Kunde die Beseitigung eines Prozessbruchs sofort, weil sie seine Wartezeit verkürzt und seine Erfahrung verbessert. Genau das macht die Arbeit an den Übergängen so lohnend: Sie zahlt sich unmittelbar in der Zufriedenheit des Kunden und in schnelleren Abschlüssen aus, nicht erst in einer fernen Effizienzkennzahl.
Der Weg zum durchgehenden Prozess
Der Weg zum durchgehenden digitalen Prozess beginnt mit der ehrlichen Aufnahme des Ist-Zustands. Wo bricht der Prozess heute, an welchen Übergängen fällt er aus dem digitalen Fluss, wie viel Zeit kostet jeder Bruch? Diese Aufnahme zeigt, wo die Hebel liegen, und sie verhindert, dass man Energie in die Optimierung von Schritten steckt, die gar nicht das Problem sind.
Mehr zum Thema: Instant Baufi in Minuten: Warum am Ende trotzdem ein Mensch entscheidet und Die digitale Kundenreise im Finanzsektor: Warum sie bei den meisten Instituten noch nicht existiert.
Auf dieser Grundlage lassen sich die Brüche gezielt beseitigen, einer nach dem anderen, beginnend mit dem teuersten. Wir helfen Ihnen, die Brüche in Ihrer Baufinanzierung sichtbar zu machen und sie gezielt zu beseitigen, damit aus einem digital begonnenen Prozess ein durchgehend digitaler wird. Strategie und Umsetzung aus einer Hand. Beginnen Sie mit einer Potenzialanalyse.
Bei einem digitalen Kaffee klären wir, welche Möglichkeiten für das Projekt sinnvoll sind – unverbindlich, persönlich und mit einem klaren Blick auf die nächsten Schritte.


