EU-Taxonomie, CSRD, Green Asset Ratio: Banken kämpfen mit ESG-Daten. Händische Prozesse sind das Problem. Automatisierung ist die einzige skalierbare Antwort.

Mai 10, 2026
Recht
Verpflichtung ohne Infrastruktur
Banken sind verpflichtet, ihre Kreditportfolios nach den ESG-Kriterien der EU zu bewerten und darüber zu berichten. Die Bankenaufsicht ist mit dem Stand der Umsetzung laut Beobachtungen aus der Branche noch nicht zufrieden. Das Problem liegt selten am Willen, sondern an der Infrastruktur: Zu viel passiert noch händisch über Formulare und Tabellenkalkulationen. Die EU-Taxonomie, die Berichtspflichten der CSRD und Kennzahlen wie die Green Asset Ratio formulieren präzise Anforderungen, die sich mit manuellen Mitteln kaum erfüllen lassen.
Damit entsteht eine gefährliche Schieflage: hohe, detaillierte regulatorische Anforderungen auf der einen Seite, eine unzureichende, manuelle Dateninfrastruktur auf der anderen. Diese Schieflage lässt sich nicht durch mehr Anstrengung beheben, denn das Problem ist nicht der Fleiß, sondern die Methode. Händische Prozesse skalieren nicht, und genau das macht sie für die ESG-Berichterstattung ungeeignet.
Warum Excel an seine Grenzen stößt
Tabellenkalkulationen sind großartige Werkzeuge für überschaubare Aufgaben. Sie versagen jedoch, sobald die Datenmengen groß, die Quellen vielfältig und die Anforderungen an Nachvollziehbarkeit hoch werden. Genau das ist bei der ESG-Berichterstattung der Fall. Die nötigen Daten stammen aus vielen Quellen, sie müssen zusammengeführt, geprüft und nach komplexen Regeln ausgewertet werden, und das Ergebnis muss prüfungsfest dokumentiert sein.
Eine händische Verarbeitung dieser Daten ist fehleranfällig, langsam und kaum nachvollziehbar. Wenn eine Kennzahl aus Dutzenden von Tabellen zusammengetragen wird, die von verschiedenen Personen gepflegt werden, lässt sich kaum noch belegen, wie sie zustande gekommen ist. Genau diese Nachvollziehbarkeit verlangt aber die Aufsicht. Eine ESG-Kennzahl, deren Herkunft sich nicht lückenlos belegen lässt, ist in der Prüfung wertlos, egal wie viel Arbeit in sie geflossen ist.
Hinzu kommt die Wiederholung. Die Berichterstattung ist keine einmalige Aufgabe, sondern wiederholt sich periodisch. Jede manuelle Erstellung bindet aufs Neue erhebliche Ressourcen, und mit jeder Wiederholung steigt das Risiko von Fehlern und Inkonsistenzen. Was einmal mit großer Mühe zusammengetragen wurde, muss beim nächsten Mal wieder zusammengetragen werden, weil die manuelle Methode kein tragfähiges Fundament hinterlässt.
Automatisierung als einzige skalierbare Antwort
Die einzige skalierbare Antwort auf dieses Problem ist die Automatisierung der Datenprozesse. Statt Daten händisch aus vielen Quellen zusammenzutragen, werden sie automatisiert erfasst, zusammengeführt und nach den regulatorischen Regeln ausgewertet. Das reduziert nicht nur den Aufwand, sondern auch die Fehleranfälligkeit, und es schafft die Nachvollziehbarkeit, die manuelle Prozesse nicht bieten können.
Entscheidend ist dabei, dass die Automatisierung die Herkunft der Daten dokumentiert. Eine automatisierte Verarbeitung kann lückenlos festhalten, woher jede Zahl stammt, wie sie verarbeitet wurde und wie die Kennzahl daraus entstanden ist. Genau diese Dokumentation macht die Berichterstattung prüfungsfest und befreit das Haus von der mühsamen, fehleranfälligen Rekonstruktion im Nachhinein.
Hinzu kommt die Wiederholbarkeit. Ein automatisierter Prozess, der einmal aufgesetzt ist, liefert die Berichterstattung in jeder Periode auf Knopfdruck, mit gleichbleibender Qualität und ohne den wiederkehrenden manuellen Aufwand. Das ist der eigentliche Gewinn der Automatisierung: nicht nur die einmalige Erleichterung, sondern die dauerhafte Befreiung von einer Aufgabe, die sonst in jeder Periode aufs Neue bindet.
Die Datengrundlage ist die eigentliche Aufgabe
Hinter dem Reporting-Problem verbirgt sich eine tiefere Aufgabe: die Schaffung einer verlässlichen Datengrundlage. Die ESG-Berichterstattung ist nur so gut wie die Daten, auf denen sie beruht, und diese Daten liegen heute oft verstreut, unvollständig und uneinheitlich vor. Bevor die Berichterstattung automatisiert werden kann, müssen die Daten in Ordnung gebracht, zusammengeführt und in eine konsistente Form gebracht werden.
Diese Arbeit ist weniger sichtbar als die Berichterstattung selbst, aber sie ist die eigentliche Voraussetzung. Ein Haus, das seine Datengrundlage in Ordnung bringt, löst nicht nur das ESG-Reporting-Problem, sondern schafft ein Fundament, das auch für andere Zwecke nützlich ist, von der Risikosteuerung bis zur Geschäftssteuerung. Die ESG-Anforderungen werden so zum Anlass, eine Dateninfrastruktur zu schaffen, die weit über die Berichterstattung hinaus Wert stiftet.
Die Vielfalt der Anforderungen
Die ESG-Berichterstattung ist deshalb so anspruchsvoll, weil sie aus mehreren, ineinandergreifenden Anforderungen besteht. Die EU-Taxonomie definiert, welche wirtschaftlichen Aktivitäten als ökologisch einzustufen sind, und verlangt eine entsprechende Klassifizierung. Die Berichtspflichten der CSRD verlangen eine umfassende Berichterstattung über ökologische und soziale Aspekte. Und Kennzahlen wie die Green Asset Ratio verlangen die Berechnung des Anteils taxonomiekonformer Aktivitäten am Gesamtgeschäft.
Jede dieser Anforderungen verlangt eigene Daten, eigene Berechnungen und eigene Nachweise. Zusammen ergeben sie ein komplexes Geflecht, das mit händischen Mitteln kaum konsistent zu bewältigen ist. Eine Zahl, die in einem Bericht auftaucht, muss zu den Zahlen in anderen Berichten passen, und alle müssen sich auf dieselbe verlässliche Datengrundlage stützen. Genau diese Konsistenz ist der Schwachpunkt manueller Prozesse, bei denen jede Auswertung für sich erstellt wird.
Die Datenbeschaffung als Kernproblem
Ein besonderes Problem ist die Beschaffung der nötigen Daten. Ein erheblicher Teil der ESG-relevanten Informationen liegt nicht in der Bank selbst, sondern bei den Kreditnehmern. Um ein Kreditportfolio zu bewerten, muss die Bank Informationen über die ökologische Ausrichtung ihrer Kreditnehmer sammeln, und diese Informationen sind oft unvollständig, uneinheitlich oder gar nicht verfügbar. Die Datenbeschaffung wird so zum eigentlichen Engpass.
Eine automatisierte Lösung muss deshalb auch die Datenbeschaffung adressieren, etwa durch standardisierte Abfragen bei den Kreditnehmern, durch die Anbindung externer Datenquellen oder durch intelligente Verfahren, die fehlende Daten schätzen oder ergänzen. Ohne eine Lösung für die Datenbeschaffung bleibt jede Automatisierung Stückwerk, weil die Grundlage fehlt. Die Bewältigung der Datenbeschaffung ist deshalb ein zentraler Teil der Antwort auf das ESG-Reporting-Problem.
Der Zusammenhang mit dem Geschäft
Die ESG-Berichterstattung ist nicht nur eine Berichtspflicht, sondern hängt zunehmend mit dem Geschäft zusammen. Die Green Asset Ratio etwa macht sichtbar, wie ökologisch ausgerichtet das Geschäft einer Bank ist, und diese Kennzahl wird von Investoren, Aufsehern und Kunden beachtet. Eine Bank, die ihre ESG-Daten im Griff hat, kann nicht nur berichten, sondern auch ihr Geschäft entsprechend steuern und sich als ökologisch ausgerichtet positionieren.
Damit wird die Datengrundlage, die für die Berichterstattung nötig ist, auch zu einem Instrument der Geschäftssteuerung. Wer weiß, wie sich sein Portfolio nach ESG-Kriterien zusammensetzt, kann gezielt steuern, welche Geschäfte er fördert und welche er reduziert. Die Investition in eine automatisierte ESG-Dateninfrastruktur zahlt sich deshalb doppelt aus: in der Erfüllung der Berichtspflicht und in der Fähigkeit, das Geschäft bewusst nach ökologischen Kriterien zu steuern.
Der erste Schritt
Der erste Schritt aus der Excel-Falle ist eine ehrliche Bestandsaufnahme der eigenen Datenlage. Welche ESG-relevanten Daten liegen vor, wo liegen sie, in welcher Qualität, und welche fehlen? Diese Bestandsaufnahme ist oft ernüchternd, aber sie ist die Voraussetzung für jede Verbesserung. Erst wenn klar ist, wo die Lücken und Schwächen liegen, lässt sich eine sinnvolle Automatisierung planen.
Aus dieser Bestandsaufnahme ergibt sich eine Roadmap, die die Datengrundlage Schritt für Schritt in Ordnung bringt und die Prozesse automatisiert. Wer diesen Weg geht, befreit sich nicht nur vom wiederkehrenden manuellen Aufwand, sondern schafft die prüfungsfeste, belastbare Grundlage, die die Aufsicht erwartet und die das eigene Geschäft braucht. Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme, und je früher sie erfolgt, desto eher endet der Kampf mit den Tabellen.
Aus der Pflicht ein Fundament machen
Die ESG-Berichterstattung wird oft als lästige Pflicht empfunden, die Ressourcen bindet, ohne Geschäft zu bringen. Doch wer die nötige Automatisierung und die zugrunde liegende Datengrundlage richtig angeht, schafft mehr als die Erfüllung einer Pflicht. Er baut ein Fundament, das die Berichterstattung dauerhaft trägt und das auch anderen Aufgaben zugutekommt. Aus der Pflicht wird so ein Fundament.
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Wer dagegen bei den händischen Prozessen bleibt, wird die Anforderungen nie zufriedenstellend erfüllen und in jeder Periode aufs Neue unter Druck geraten. Die Aufsicht wird nicht zufriedener werden, die Datenmengen wachsen, und der manuelle Aufwand bleibt. Wir helfen Ihnen, Ihre ESG-Berichterstattung von händischen Prozessen auf eine automatisierte, prüfungsfeste Grundlage zu stellen und dabei eine Dateninfrastruktur zu schaffen, die über das Reporting hinaus Wert stiftet. Beginnen Sie mit einer Potenzialanalyse.
Bei einem digitalen Kaffee klären wir, welche Möglichkeiten für das Projekt sinnvoll sind – unverbindlich, persönlich und mit einem klaren Blick auf die nächsten Schritte.


