Die beiden größten Banken-IT-Dienstleister starten einen dualen Studiengang. Gut gemeint. Aber wer auf Nachwuchs wartet, hat den eigentlichen Hebel übersehen.

Mai 16, 2026
Organisation
Eine richtige Antwort auf die falsche Frage
Atruvia, Dienstleister der Volks- und Raiffeisenbanken, und die Finanz Informatik, Dienstleister der Sparkassen, starten gemeinsam einen dualen praxisintegrierenden Informatik-Studiengang an der FH Münster. Ab dem Wintersemester 2026/27 werden dort Nachwuchskräfte ausgebildet, um dem Fachkräftemangel in der IT entgegenzuwirken. Das ist gut gemeint und richtig. Aber es beantwortet die falsche Frage.
Die Ausbildung von Nachwuchs ist eine Antwort auf die Frage, wie man neue Fachkräfte gewinnt. Sie ist keine Antwort auf die Frage, wie man mit den vorhandenen Kräften mehr erreicht. Wer auf Nachwuchs wartet, hat den eigentlichen Hebel übersehen, der kurzfristig wirkt und keine sechs Semester braucht.
Warum Ausbildung allein zu langsam ist
Das Problem mit der Ausbildung ist ihre Zeitachse. Ein dualer Studiengang dauert mehrere Jahre, und bis die ersten Absolventen produktiv sind, vergeht noch mehr Zeit. Der Fachkräftemangel aber wirkt heute, und er beschleunigt sich, weil erfahrene Kräfte in den Ruhestand gehen. Die Ausbildung füllt das Loch von morgen, aber sie hilft nicht gegen den Engpass von heute.
Hinzu kommt, dass die Zahl der Ausbildungsplätze begrenzt ist und den Bedarf bei Weitem nicht deckt. Selbst wenn jeder ausgebildete Nachwuchs im Haus bleibt, gleicht das den Abgang der erfahrenen Generation kaum aus. Die Ausbildung ist notwendig, aber sie ist nicht hinreichend. Wer sich auf sie verlässt, verlässt sich auf eine Lösung, die zu langsam und zu klein ist für das Tempo des Problems.
Der übersehene Hebel: Produktivität der Vorhandenen
Der eigentliche Hebel liegt nicht beim Nachwuchs, sondern bei den vorhandenen Kräften. Wenn die bestehenden Mitarbeitenden von Routine entlastet werden, leisten sie mehr, ohne dass eine einzige neue Stelle besetzt werden muss. Genau hier setzt KI an: Sie übernimmt die wiederkehrenden, automatisierbaren Aufgaben und gibt den Fachkräften Zeit für das zurück, was nur sie können.
Das wirkt sofort, nicht erst nach Jahren. Ein Mitarbeitender, der heute die Hälfte seiner Zeit mit automatisierbarer Routine verbringt, kann diese Zeit nach der Automatisierung für anspruchsvollere Arbeit nutzen. Der Effekt ist, als hätte man zusätzliche Kapazität gewonnen, ohne jemanden einzustellen. Bei einem akuten Fachkräftemangel ist das der schnellste und wirksamste Hebel, den ein Haus ziehen kann.
Der doppelte Druck der Demografie
Der Fachkräftemangel in der Finanzbranche hat eine demografische Wurzel, die ihn besonders dringlich macht. Die erfahrene Generation geht in den kommenden Jahren gebündelt in den Ruhestand, und mit ihr verschwindet nicht nur Arbeitskraft, sondern auch Erfahrungswissen. Der Nachwuchs, den die Ausbildung liefert, gleicht die Köpfe aus, aber nicht die Erfahrung, die über Jahrzehnte gewachsen ist und sich nicht in sechs Semestern vermitteln lässt.
Das verstärkt das Argument für den Produktivitätshebel. Wenn die vorhandenen erfahrenen Kräfte von Routine entlastet werden, bleibt ihnen mehr Zeit für genau die anspruchsvolle Arbeit, in der ihre Erfahrung zählt, und für die Weitergabe dieses Wissens an den Nachwuchs. KI kann damit doppelt wirken: Sie steigert die Produktivität heute und schafft Freiraum, das Erfahrungswissen zu sichern, bevor es in den Ruhestand geht.
Ausbildung und Produktivität zusammendenken
Am Ende ist es kein Entweder-oder. Die Ausbildung sichert den Nachwuchs für die lange Frist, die Produktivitätssteigerung durch KI hilft gegen den Engpass von heute. Wer beides zusammendenkt, hat eine vollständige Antwort auf den Fachkräftemangel. Wer nur ausbildet, hat eine halbe Antwort, die zu langsam wirkt. Der Studiengang von Atruvia und Finanz Informatik ist ein guter Anfang, aber er ist nur der eine Teil der Antwort.
Beides zusammen, nicht eines statt des anderen
Das ist kein Argument gegen die Ausbildung. Der duale Studiengang ist richtig und wichtig für die lange Frist. Aber er darf nicht der einzige Hebel bleiben. Wer nur ausbildet und die Produktivität der vorhandenen Kräfte nicht steigert, lässt den wirksamsten kurzfristigen Hebel ungenutzt und wartet auf eine Lösung, die erst in Jahren greift.
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Wir helfen Ihnen, den vorhandenen Hebel zu nutzen und Ihre Fachkräfte durch KI von Routine zu entlasten, damit Sie dem Fachkräftemangel nicht nur mit Ausbildung, sondern auch mit mehr Produktivität begegnen. Beginnen Sie mit einer Potenzialanalyse.
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