Regionale Banken haben regionale Risikokonzentration. Hochwassergebiete und einseitige Branchenstrukturen sind heute analytisch nicht sichtbar. Das lässt sic...

Mar 13, 2026
Transformation
Das regionale Geschäft und sein blinder Fleck
Eine Volksbank ist in ihrer Region verwurzelt, und das ist ihre Stärke. Sie kennt die örtlichen Unternehmen, die Landwirtschaft, das Handwerk, die Menschen. Doch diese regionale Verwurzelung hat eine Kehrseite, die oft übersehen wird: die regionale Risikokonzentration. Wer sein Kreditgeschäft auf eine Region konzentriert, konzentriert auch seine Risiken auf diese Region, und das kann gefährlich werden, wenn die Region von einem gemeinsamen Risiko betroffen ist.
Das Klimarisiko ist ein solches gemeinsames Risiko. Eine Region kann von Hochwasser bedroht sein, von Dürre, von anderen Folgen des Klimawandels. Wenn das Kreditportfolio einer Volksbank stark in einer hochwassergefährdeten Region oder in einer klimasensiblen Branche konzentriert ist, dann trifft ein Klimaereignis nicht einzelne Kredite, sondern viele zugleich. Diese Konzentration ist ein erhebliches Risiko, aber sie ist in den meisten Banken analytisch nicht sichtbar.
Warum das Risiko unsichtbar bleibt
Das Klimarisiko im Kreditportfolio bleibt unsichtbar, weil die Daten, die es sichtbar machen würden, nicht zusammengeführt und ausgewertet werden. Die Bank weiß, wo ihre Kreditnehmer sitzen, sie weiß, in welchen Branchen sie tätig sind, aber sie verbindet diese Information nicht mit den Klimadaten, die zeigen würden, welche Standorte und Branchen gefährdet sind. Die einzelnen Puzzleteile liegen vor, aber sie werden nicht zu einem Bild zusammengesetzt.
Hinzu kommt, dass das Klimarisiko ein schleichendes Risiko ist, das sich erst über die Zeit aufbaut. Anders als ein plötzlicher Schock kündigt es sich langsam an, und gerade deshalb wird es leicht übersehen. Solange kein großes Ereignis eintritt, scheint alles in Ordnung, und das Risiko bleibt im Verborgenen. Doch die Unsichtbarkeit bedeutet nicht, dass das Risiko nicht da wäre. Sie bedeutet nur, dass die Bank es nicht sieht, bis es zu spät ist.
Was die Aufsicht erwartet
Die Aufsicht nimmt das Klimarisiko zunehmend ernst und erwartet, dass die Banken es ebenfalls tun. Die Erwartung ist nicht mehr, dass die Banken sich irgendwann mit dem Klimarisiko befassen, sondern dass sie es bereits in ihr Risikomanagement integrieren. Das verlangt, das Risiko zu identifizieren, zu messen und zu steuern, und es verlangt, die Datengrundlage und die Methoden zu haben, die das ermöglichen. Wer diese Erwartung nicht erfüllt, gerät in Schwierigkeiten mit der Aufsicht.
Für eine Volksbank, die ihr Risikomanagement noch nicht auf das Klimarisiko eingestellt hat, ist das eine dringende Aufgabe. Die Datengrundlage und die Methoden brauchen Vorlauf, sie lassen sich nicht über Nacht aufbauen. Wer jetzt beginnt, hat die Zeit, das Risikomanagement geordnet auf das Klimarisiko einzustellen. Wer wartet, bis die Aufsicht drängt, muss es unter Zeitdruck nachholen, was schwerer und riskanter ist.
Wie KI das Risiko sichtbar macht
KI ist das Werkzeug, mit dem sich das verborgene Klimarisiko sichtbar machen lässt. Sie kann die Kreditdaten mit den Klimadaten verbinden und so zeigen, welche Teile des Portfolios in gefährdeten Regionen oder Branchen liegen. Sie kann die Konzentration sichtbar machen, die im Einzelnen unauffällig ist, aber in der Summe ein Risiko darstellt. Und sie kann verschiedene Szenarien durchrechnen und zeigen, wie sich das Portfolio unter verschiedenen Klimaentwicklungen verhalten würde.
Diese Sichtbarkeit ist die Voraussetzung für die Steuerung. Erst wenn die Bank weiß, wo ihre Klimarisiken liegen, kann sie sie steuern, etwa durch eine bewusstere Vergabe in gefährdeten Bereichen, durch zusätzliche Sicherheiten oder durch eine breitere Streuung. Ohne die Sichtbarkeit ist jede Steuerung ein Stochern im Nebel. Die KI bringt das Licht, das die Steuerung erst ermöglicht, und sie tut das mit einer Genauigkeit und einem Umfang, die der manuellen Analyse verschlossen bleiben.
Von der Analyse zur Steuerung
Die Analyse ist der erste Schritt, aber sie ist nicht das Ziel. Das Ziel ist die Steuerung, die das Risiko in einem vertretbaren Rahmen hält. Wenn die KI gezeigt hat, wo die Klimarisiken liegen, muss die Bank entscheiden, wie sie damit umgeht. Das verlangt, das Klimarisiko in die Kreditentscheidungen einzubeziehen, in die Risikostrategie zu integrieren und über die Zeit zu beobachten, wie es sich entwickelt.
Diese Steuerung ist eine laufende Aufgabe, kein einmaliges Projekt. Das Klimarisiko verändert sich, die Datengrundlage verbessert sich, die Erkenntnisse wachsen. Eine Volksbank, die das Klimarisiko ernst nimmt, baut deshalb eine dauerhafte Fähigkeit auf, es zu analysieren und zu steuern, und sie verankert diese Fähigkeit in ihrem Risikomanagement. So wird aus dem unsichtbaren Risiko ein gesteuertes Risiko, und die Bank gewinnt die Kontrolle über eine Gefahr, die sie vorher nicht einmal sehen konnte.
Die Datengrundlage als Voraussetzung
Bevor das Klimarisiko sichtbar gemacht werden kann, braucht es die Datengrundlage. Die Bank muss wissen, wo ihre Kreditnehmer sitzen, welche Objekte als Sicherheit dienen, in welchen Branchen die Kreditnehmer tätig sind. Sie muss diese Daten mit Klimadaten verbinden, die zeigen, welche Standorte und Branchen gefährdet sind. Diese Datengrundlage ist die Voraussetzung für jede Analyse, und ihr Aufbau braucht Zeit und Sorgfalt.
Oft ist diese Datengrundlage lückenhaft. Die Standorte der Sicherheiten sind nicht präzise erfasst, die Branchenzuordnung ist grob, die Verbindung zu den Klimadaten fehlt. Der erste Schritt zur Beherrschung des Klimarisikos ist deshalb der Aufbau einer verlässlichen Datengrundlage, und dieser Schritt ist mühsamer, als viele erwarten. Doch ohne ihn bleibt jede Analyse auf Sand gebaut, und gerade deshalb darf er nicht übersprungen werden.
Physische und transitorische Risiken
Das Klimarisiko hat zwei Seiten, die beide bedacht werden müssen. Die eine ist das physische Risiko: die unmittelbaren Folgen des Klimawandels wie Hochwasser, Sturm oder Dürre, die Sicherheiten beschädigen und Kreditnehmer in Schwierigkeiten bringen können. Dieses Risiko ist anschaulich und wird meist zuerst bedacht, weil seine Folgen sichtbar sind.
Die andere Seite ist das transitorische Risiko: die Folgen des Übergangs zu einer klimafreundlicheren Wirtschaft. Eine Branche, die unter Druck gerät, weil sich Regeln, Märkte oder Präferenzen ändern, kann ihre Kreditnehmer in Schwierigkeiten bringen, auch ohne dass ein physisches Ereignis eintritt. Dieses transitorische Risiko ist weniger anschaulich, aber nicht weniger real, und es trifft gerade Regionen, die von einer einzelnen, klimasensiblen Branche abhängen. Eine vollständige Analyse muss beide Seiten erfassen.
Die Konzentration als eigentliche Gefahr
Die eigentliche Gefahr für eine Regionalbank liegt in der Konzentration. Ein einzelner Kredit, der durch ein Klimaereignis ausfällt, ist verkraftbar. Gefährlich wird es, wenn viele Kredite zugleich ausfallen, weil sie demselben Risiko ausgesetzt sind. Eine Bank, deren Kreditnehmer alle in derselben hochwassergefährdeten Region sitzen oder alle von derselben klimasensiblen Branche abhängen, hat eine Konzentration, die im Ereignisfall existenzbedrohend werden kann.
Diese Konzentration ist gerade für Regionalbanken eine reale Gefahr, weil ihr Geschäftsmodell auf der Konzentration in einer Region beruht. Was ihre Stärke ist, die Verwurzelung in der Region, wird beim Klimarisiko zur Schwäche, weil es die Risiken bündelt. Die Analyse muss deshalb besonders auf die Konzentration achten und sichtbar machen, wo sich Risiken bündeln, die im Einzelnen unauffällig sind, aber in der Summe gefährlich werden.
Szenarien statt Punktprognosen
Das Klimarisiko lässt sich nicht als eine einzelne Zahl prognostizieren, weil die Zukunft des Klimas unsicher ist. Stattdessen arbeitet man mit Szenarien: Man rechnet durch, wie sich das Portfolio unter verschiedenen Klimaentwicklungen verhalten würde, von einem milden bis zu einem schweren Verlauf. Diese Szenarien zeigen die Bandbreite der möglichen Folgen und machen deutlich, wie verwundbar das Portfolio ist.
Die Arbeit mit Szenarien ist anspruchsvoller als eine einfache Prognose, aber sie ist der angemessene Umgang mit der Unsicherheit. Sie zeigt nicht eine vermeintlich sichere Zukunft, sondern die Bandbreite der möglichen Zukünfte, und sie erlaubt der Bank, sich auf die ungünstigen Verläufe einzustellen. KI ist dabei das Werkzeug, das die vielen Szenarien durchrechnet und ihre Folgen für das Portfolio sichtbar macht, eine Aufgabe, die manuell kaum zu bewältigen wäre.
Die Verbindung zur Gesamtbanksteuerung
Das Klimarisiko darf nicht als isoliertes Thema behandelt werden, sondern muss in die Gesamtbanksteuerung eingebunden sein. Es ist ein Risiko unter anderen, und es wirkt auf die bekannten Risikoarten ein, auf das Kreditrisiko vor allem, aber auch auf andere. Eine Bank, die das Klimarisiko getrennt von ihrem übrigen Risikomanagement behandelt, übersieht diese Zusammenhänge und gewinnt kein vollständiges Bild ihrer Risikolage.
Die Einbindung in die Gesamtsteuerung verlangt, das Klimarisiko in die bestehenden Prozesse und Methoden zu integrieren, statt ein paralleles System aufzubauen. Das Klimarisiko fließt dann in die Kreditentscheidungen ein, in die Risikostrategie, in die Berichterstattung. So wird es zu einem festen Bestandteil der Steuerung, der bei jeder relevanten Entscheidung mitbedacht wird, statt ein Anhängsel zu bleiben, das man bei Gelegenheit betrachtet.
Der Aufwand und sein Nutzen
Die Beherrschung des Klimarisikos ist mit Aufwand verbunden, das soll nicht verschwiegen werden. Der Aufbau der Datengrundlage, die Entwicklung der Methoden, die Integration in die Steuerung, all das kostet Zeit und Mittel. Gerade für eine kleinere Regionalbank ist dieser Aufwand spürbar, und es ist verständlich, dass man ihn scheut. Doch der Aufwand steht dem Nutzen und dem Risiko gegenüber, das man andernfalls eingeht.
Der Nutzen liegt nicht nur in der Erfüllung der aufsichtlichen Erwartung, sondern auch im Schutz vor einem realen Risiko, das die Existenz der Bank bedrohen kann. Eine Konzentration von Klimarisiken, die unerkannt bleibt, kann im Ereignisfall schwere Verluste verursachen. Der Aufwand für die Beherrschung des Risikos ist deshalb eine Investition in die Sicherheit der Bank, und er ist klein im Vergleich zu dem Schaden, den ein unerkanntes, ungesteuertes Klimarisiko anrichten kann.
Klein anfangen, gezielt ausbauen
Die Beherrschung des Klimarisikos lässt sich in Schritten angehen. Man muss nicht von Anfang an das vollkommene System haben, sondern kann mit einer ersten, groben Analyse beginnen, die die größten Konzentrationen sichtbar macht, und diese Analyse dann verfeinern. So wächst die Fähigkeit über die Zeit, ohne dass die Bank von Anfang an einen großen Aufwand stemmen müsste. Der erste Schritt schafft schon einen Mehrwert, indem er die größten Risiken sichtbar macht.
Dieser schrittweise Weg ist gerade für kleinere Banken gangbar, die nicht die Mittel für ein großes Projekt haben. Er erlaubt, mit überschaubarem Aufwand zu beginnen und die Fähigkeit dort auszubauen, wo sie den größten Nutzen bringt. Wir helfen Ihnen, diesen Weg zu gehen, vom ersten Sichtbarmachen der größten Klimarisiken bis zur eingebundenen, laufenden Steuerung. Aus der Branche, für die Branche.
Am Ende geht es um die Handlungsfähigkeit der Bank. Eine Volksbank, die ihr Klimarisiko kennt und steuert, kann handeln, bevor das Ereignis eintritt. Eine, die es nicht kennt, wird vom Ereignis überrascht und muss reagieren, wenn es zu spät ist. Der Unterschied zwischen diesen beiden Lagen ist der Unterschied zwischen der gesteuerten und der erlittenen Zukunft, und er entscheidet sich daran, ob die Bank das Risiko rechtzeitig sichtbar macht.
Genau deshalb ist das Klimarisiko kein Thema, das sich aufschieben lässt. Die Datengrundlage braucht Vorlauf, die Methoden brauchen Entwicklung, die Steuerung braucht Einübung. Wer jetzt beginnt, gewinnt die Zeit, die er braucht, um geordnet vorzugehen. Wer wartet, läuft Gefahr, vom Ereignis oder von der Aufsicht überholt zu werden. Die Zeit zu handeln ist jetzt, solange die Bank sie noch hat.
Wir helfen Volksbanken und Genossenschaftsbanken, ihr Klimarisiko mit KI sichtbar zu machen, es in die Gesamtbanksteuerung einzubinden und die gewonnene Kenntnis für die Beratung der Mitglieder zu nutzen.
Der Wettbewerbsaspekt
Über die Pflicht und den Schutz hinaus hat die Beherrschung des Klimarisikos einen Wettbewerbsaspekt. Eine Bank, die ihr Klimarisiko kennt und steuert, kann ihr Geschäft gezielter ausrichten als eine, die im Nebel tappt. Sie kann bewusst entscheiden, wo sie wächst und wo sie vorsichtig ist, und sie vermeidet die bösen Überraschungen, die eine ungesteuerte Konzentration mit sich bringt. Diese Steuerungsfähigkeit ist ein Vorteil gegenüber Wettbewerbern, die ihr Klimarisiko nicht im Griff haben.
Hinzu kommt die Glaubwürdigkeit gegenüber Mitgliedern, Aufsicht und Partnern. Eine Bank, die zeigt, dass sie ihr Klimarisiko ernst nimmt und beherrscht, gewinnt an Glaubwürdigkeit und Vertrauen. In einer Zeit, in der das Thema an Bedeutung gewinnt, ist diese Glaubwürdigkeit ein Wert, der über die reine Risikosteuerung hinausreicht und die Position der Bank insgesamt stärkt.
Der regionale Charakter als Chance
Bei aller Gefahr birgt der regionale Charakter auch eine Chance. Eine Volksbank, die ihre Region und ihre Klimarisiken genau kennt, kann ihre Kunden besser beraten als ein überregionaler Anbieter. Sie kann den Landwirt auf die Dürrerisiken hinweisen, den Unternehmer auf die Hochwassergefahr, und sie kann ihnen helfen, sich darauf einzustellen. Aus der genauen Kenntnis des regionalen Klimarisikos wird so ein Beratungsvorteil, der die Kundenbeziehung stärkt.
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Damit verbindet sich die Pflicht mit der Chance. Die Bank muss das Klimarisiko ohnehin in ihr Risikomanagement integrieren, weil die Aufsicht es erwartet und weil es ihr eigenes Risiko betrifft. Wenn sie dabei die gewonnene Kenntnis auch für die Beratung ihrer Kunden nutzt, macht sie aus der Pflicht einen Mehrwert. Wir helfen Ihnen, das Klimarisiko in Ihrem Kreditportfolio sichtbar zu machen, es zu steuern und die gewonnene Kenntnis für Ihre Kunden zu nutzen. Aus der Branche, für die Branche. Beginnen Sie mit einem Workshop.
Bei einem digitalen Kaffee klären wir, welche Möglichkeiten für das Projekt sinnvoll sind – unverbindlich, persönlich und mit einem klaren Blick auf die nächsten Schritte.


