Capgemini: PayTechs punkten durch Tempo und Kundenerlebnis. Banken haben Substanz, aber nicht die Geschwindigkeit. Das lässt sich ändern.

Apr 24, 2026
Markt
Wendepunkt im Zahlungsverkehr
Der World Payments Report 2026 des Capgemini Research Institute zeichnet ein klares Bild: Der Zahlungsverkehr steht an einem Wendepunkt. Während die PayTechs, also auf Zahlungstechnologie spezialisierte Anbieter, mit Tempo und modernem Kundenerlebnis punkten, kämpfen die Banken mit der Modernisierung ihres Geschäfts mit Händlern. Der Bericht macht deutlich, dass die Banken hier unter erheblichem Druck stehen.
Die Zahlen sind unmissverständlich. Die Zufriedenheit der Händler mit den Banken ist niedrig, besonders bei kleinen Händlern mit nur 15 Prozent und bei mittelgroßen mit 22 Prozent. Rund 40 Prozent der kleinen und mittleren Händler erwägen, innerhalb eines Jahres zu einem PayTech zu wechseln. Der Grund liegt auf der Hand: Während die Anbindung eines Händlers bei einer Bank bis zu sieben Tage dauern kann, schaffen es die PayTechs in unter einer Stunde.
Tempo schlägt Substanz, vorerst
Der Vorsprung der PayTechs liegt in der Geschwindigkeit und im Erlebnis, nicht in der Substanz. Sie punkten auch bei der Innovation: 60 Prozent der PayTechs nutzen generative KI in ihren Abläufen, gegenüber 41 Prozent der Banken. Dieser Innovationsvorsprung übersetzt sich in das schnellere, schlankere Erlebnis, das die Händler suchen. Die Banken haben die Substanz, aber nicht das Tempo, und im Wettbewerb um die Händler entscheidet zunehmend das Tempo.
Doch der Bericht zeigt auch, dass die Banken keineswegs verloren haben. Sie verfügen über einen entscheidenden Vorteil, den die PayTechs erst aufbauen müssen: das Vertrauen. 66 Prozent der Händler vertrauen weiterhin den traditionellen Banken mehr als den PayTechs, und die Markenreputation der Banken wird von 78 Prozent genannt. Dieses Vertrauen ist ein Pfund, mit dem die Banken wuchern können, wenn sie das fehlende Tempo nachliefern.
Die Verschiebung im Zahlungsmix
Hinter dem Wettbewerb um die Händler steht eine größere Verschiebung. Der bargeldlose Zahlungsverkehr wächst rasant, und innerhalb dessen gewinnen die sofortigen Zahlungen und die digitalen Wallets an Gewicht. Ihr Anteil ist binnen weniger Jahre deutlich gestiegen, und er wächst weiter. Diese Verschiebung verändert die Infrastruktur, auf der der Zahlungsverkehr beruht, und sie setzt die etablierten, oft veralteten Systeme der Banken unter Druck.
Für die Banken bedeutet das, dass sie nicht nur im Wettbewerb um die Händler bestehen müssen, sondern auch ihre Infrastruktur an die neue Realität anpassen müssen. Wer die sofortigen Zahlungen und die digitalen Wallets nicht beherrscht, verliert den Anschluss an die Zahlungsformen, die zur Norm werden. Die Modernisierung der Infrastruktur ist deshalb keine Kür, sondern die Voraussetzung dafür, im veränderten Zahlungsmix überhaupt eine Rolle zu spielen.
Der Zeitfaktor
Was den Befund dringlich macht, ist der Zeitfaktor. Die 40 Prozent der Händler, die einen Wechsel erwägen, tun dies innerhalb eines Jahres, nicht in ferner Zukunft. Wer die Reibung nicht zeitnah beseitigt, verliert diese Händler an die schnelleren Wettbewerber, und ein abgewanderter Händler kehrt selten zurück. Das Zeitfenster, in dem die Banken ihren Vertrauensvorsprung noch in einen Wettbewerbsvorteil übersetzen können, ist begrenzt.
Substanz bleibt, Tempo entscheidet
Der Bericht macht im Kern eine ermutigende Aussage: Die Substanz der Banken, ihr Vertrauen und ihre Stabilität, bleibt ein Wert, den die Händler schätzen und der nicht so schnell zu kopieren ist. Was fehlt, ist das Tempo, und das lässt sich nachrüsten. Die Banken haben damit alles in der Hand, um ihre Position zu verteidigen, wenn sie die Geschwindigkeit liefern, die der Markt heute verlangt.
Was Banken jetzt tun können
Die Botschaft des Berichts ist deshalb keine Kapitulation, sondern ein Handlungsauftrag. Die Banken müssen die Reibung beseitigen, die ihre Händler vertreibt, vor allem die langsame und teure Anbindung. Eine Anbindung, die statt sieben Tagen wenige Stunden dauert, würde den größten Schmerzpunkt der Händler beseitigen und den Vertrauensvorsprung der Banken erst voll zur Geltung bringen.
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Es geht also nicht darum, das Vertrauen neu zu erfinden, sondern das Tempo nachzurüsten. Eine Bank, die den Vertrauensvorsprung mit einem Erlebnis auf dem Niveau der PayTechs verbindet, hat das stärkere Gesamtangebot. Wir helfen Ihnen, genau diese Reibung in Ihrem Geschäft mit Händlern zu beseitigen und Ihren Vertrauensvorsprung mit dem nötigen Tempo zu verbinden. Beginnen Sie mit einer Potenzialanalyse.
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