KI-Transformation

Der Kunde
Eine größere Sparkasse mit breitem Firmenkundensegment und einem aktiven Kreditgeschäft von der gewerblichen Baufinanzierung bis zum klassischen Betriebsmittelkredit.
Ausgangslage
Die Marktfolge Aktiv war der Flaschenhals im gesamten Kreditprozess. Die Analysten verbrachten bis zu 60 Prozent ihrer Arbeitszeit damit, Unterlagen manuell zu sichten, Jahresabschlüsse und BWA von Hand auszuwerten, Kennzahlen in Excel zu übertragen und Beschlussvorlagen Feld für Feld zu befüllen. Pro Kreditakte fielen im Schnitt 4,5 Stunden reine Bearbeitungszeit an. In den Spitzenmonaten rund um die Bilanzsaison stauten sich die Vorgänge auf bis zu drei Wochen Rückstand, und die Vertriebskollegen mussten ihre Firmenkunden auf Termine vertrösten, die eigentlich längst hätten entschieden sein müssen.
Herausforderung
Das eigentliche Problem war nicht die Technologie, sondern das Vertrauen. Kreditentscheidungen sind regulatorisch sensibel, unterliegen den MaRisk und werden im Zweifel von der Innenrevision geprüft. Die Analysten wollten nachvollziehen können, was die KI tut, worauf sie ihre Vorbefüllung stützt und an welcher Stelle sie selbst die Verantwortung behalten. Parallel hatte die IT klare Vorgaben: keine Kundendaten in externen Clouds, vollständige Protokollierung und eine saubere Anbindung an die bestehende Bankplattform ohne Schatten-IT.
Vorgehen
Wir haben in zwei Phasen gearbeitet und bewusst auf einen Big-Bang-Ansatz verzichtet.
Phase 1: Use-Case-Analyse und Priorisierung
Zunächst haben wir den kompletten Kreditprozess von der Antragsannahme bis zur Beschlussfassung kartiert, mit Analysten und Teamleitern Interviews geführt und jeden Arbeitsschritt nach Zeitaufwand und Fehleranfälligkeit bewertet. Aus rund einem Dutzend Ideen kristallisierten sich die drei wirkungsstärksten Ansätze heraus: die automatische Klassifikation eingehender Dokumente, die KI-gestützte Extraktion von Bilanz- und GuV-Kennzahlen und die Erstbefüllung der Beschlussvorlage.
Phase 2: Implementierung
In sechs Wochen haben wir eine KI-Lösung direkt auf dem bestehenden Dokumentenmanagementsystem aufgesetzt. Keine neue Infrastruktur, kein Systemwechsel, keine zusätzliche Oberfläche, in der sich die Analysten erst zurechtfinden müssen. Die Analysten erhalten heute eine vorausgefüllte Beschlussvorlage, prüfen die extrahierten Werte gegen die Originalunterlagen, ergänzen ihre Einschätzung und geben frei. Die Entscheidung bleibt beim Menschen, die Routinearbeit übernimmt die KI. Zwei Schulungstage mit echten Altfällen haben die anfängliche Skepsis abgebaut und die Sicherheit im Umgang mit der Vorbefüllung aufgebaut.
Ergebnisse
Bearbeitungszeit pro Akte von 4,5 auf 3,8 Stunden gesenkt, ein Rückgang von 15 Prozent
Beschlussvorlagen entstehen dreimal schneller, weil die Erstbefüllung nicht mehr von Hand erfolgt
Der aufgelaufene Rückstand in der Marktfolge war innerhalb von vier Wochen nach Go-live vollständig abgebaut
Die Analysten berichten von spürbar weniger Routinearbeit und deutlich mehr Kapazität für die wirklich komplexen Engagements
"Wir waren skeptisch, ob KI wirklich in einen regulierten Kreditprozess passt. Sotica hat das Thema pragmatisch angegangen – keine übertriebenen Versprechen, sondern eine Lösung, die unsere Analysten tatsächlich nutzen wollen."

Bereichsleiter Marktfolge
Sparkasse
Ob konkretes Projekt oder erste Orientierung – ein Gespräch schafft Klarheit.
