Case Study

KI-Transformation einer Sparkasse: 3 Use Cases live in 6 Monaten

Von 14 bewerteten KI-Use-Cases sind drei in sechs Monaten produktiv, inklusive KI-Governance, die jeden weiteren Use Case strukturiert bewertbar macht.

KI & Digitalisierung

8 Minuten Lesen

14

KI-Use-Cases identifiziert und bewertet

3

Use Cases in sechs Monaten produktiv

6 Monate

Von der Roadmap zum Go-live

Auf einen Blick

Eine Sparkasse mit über drei Milliarden Euro Bilanzsumme hat KI in sechs Monaten von der Strategie in den produktiven Einsatz gebracht. Aus 14 bewerteten Use Cases gingen drei live, die Kundenberater sparen rund 30 Prozent Vorbereitungszeit. Entstanden ist zugleich eine KI-Governance, mit der sich jeder weitere Use Case strukturiert bewerten und einführen lässt.

Der Kunde

Eine Sparkasse mit über drei Milliarden Euro Bilanzsumme. Das Institut ist sowohl im Retail- als auch im Firmenkundengeschäft stark aufgestellt und wird von einem ambitionierten Vorstandsteam geführt, das KI nicht als Spielwiese, sondern als Wettbewerbsfaktor begreift.

Ausgangslage

KI war strategisch gesetzt, aber in der Umsetzung unstrukturiert. Einzelne Bereiche hatten auf eigene Faust Piloten gestartet, von denen keiner über den Abteilungsrand hinaus skaliert wurde. Es fehlten eine übergreifende KI-Strategie, ein belastbarer Priorisierungsrahmen und vor allem Klarheit darüber, welche Use Cases tatsächlich Wirkung entfalten und welche nur gut klingen. Investitionsentscheidungen wurden damit auf Basis von Einschätzungen statt auf Basis von Bewertungen getroffen.

Herausforderung

Eine Belegschaft mit sehr unterschiedlichem KI-Reifegrad, mehr als 15 Fachbereiche mit je eigenen Anforderungen und hohe Datenschutzvorgaben prägten das Bild. Ohne eine verbindliche Governance wäre KI fragmentiert geblieben, ein Flickenteppich aus Einzellösungen, der weder steuerbar noch prüffest gewesen wäre.

Hinzu kam der übliche Zielkonflikt: Der Vorstand wollte schnelle sichtbare Ergebnisse, die Revision wollte belastbare Regeln. Beides musste in denselben Rahmen passen.

Vorgehen

Wir haben eine handlungsfähige KI-Governance aufgebaut, die Strategie und konkrete Anwendung von Anfang an verzahnt:

  • Systematische Erhebung des KI-Reifegrads im Institut, inklusive zwölf Interviews mit Führungskräften

  • Klärung der regulatorischen und technischen Rahmenbedingungen

  • Entwicklung von 14 konkreten KI-Use-Cases gemeinsam mit den Fachbereichen

  • Bewertung jedes Use Case nach erwarteter Wirkung, technischer Umsetzbarkeit und strategischer Passung

  • Ableitung einer priorisierten KI-Roadmap aus dieser Bewertung

  • Etablierung eines KI-Steuerungsgremiums mit Vertretern aus Vorstand, Fachbereich und IT

  • Definition klarer Rollen und Verantwortlichkeiten für Anstoß, Bewertung und Freigabe von Use Cases

  • Produktive Umsetzung der drei wirkungsstärksten Use Cases entlang der Wertschöpfungskette: KI-gestützte Beratungsvorbereitung im Vertrieb, automatisierte Kategorisierung eingehender Kundenanfragen im Service und KI-gestützte Bonitätsvorbereitung in der Marktfolge

Governance und erster produktiver Use Case liefen bewusst parallel statt nacheinander, damit das Thema im Institut sichtbar blieb. Von der ersten Standortanalyse bis zum Go-live der ersten drei Use Cases vergingen sechs Monate.

Ergebnisse

  • Drei von 14 bewerteten Use Cases sind produktiv im Einsatz: KI-gestützte Beratungsvorbereitung im Vertrieb, automatisierte Kategorisierung eingehender Kundenanfragen im Service und KI-gestützte Bonitätsvorbereitung in der Marktfolge

  • Kundenberater sparen rund 30 Prozent Vorbereitungszeit

  • Sechs Monate von der Standortanalyse bis zum Go-live der ersten drei Use Cases

  • Eine skalierbare KI-Governance mit Steuerungsgremium aus Vorstand, Fachbereich und IT ist etabliert

  • Jeder weitere der 14 bewerteten Use Cases lässt sich strukturiert bewerten und einführen, statt erneut bei null zu beginnen

  • Investitionsentscheidungen laufen jetzt auf Basis von Bewertungen statt auf Basis von Einschätzungen

Was andere Sparkassen daraus mitnehmen

Der Engpass in Sparkassen ist selten die Technik, sondern die Entscheidungsfähigkeit. Wer 14 Ideen auf dem Tisch hat und keinen Bewertungsrahmen, entscheidet nach Lautstärke statt nach Wirkung. Zwei Dinge haben sich bewährt: Governance und erster Use Case entstehen parallel, nicht nacheinander, sonst verliert das Thema im Institut an Glaubwürdigkeit. Und das Steuerungsgremium braucht Vorstand, Fachbereich und IT am selben Tisch, weil sonst jede Freigabe zur Einzelverhandlung wird.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es von der KI-Strategie bis zur ersten produktiven Anwendung in einer Sparkasse?
In diesem Projekt sechs Monate von der Standortanalyse bis zum Go-live der ersten drei Use Cases. Entscheidend ist, ob Governance und Umsetzung parallel laufen oder nacheinander.

Wie werden KI-Use-Cases priorisiert?
Nach erwarteter Wirkung, technischer Umsetzbarkeit und strategischer Passung. Diese drei Kriterien machen aus einer Ideensammlung eine entscheidungsfähige Reihenfolge.

Was gehört in eine KI-Governance einer Sparkasse?
Ein Steuerungsgremium mit Vorstand, Fachbereich und IT, klare Rollen für Anstoß, Bewertung und Freigabe sowie ein verbindlicher Bewertungsrahmen und eine priorisierte Roadmap.

Werden durch den Einsatz von KI Stellen abgebaut?
Nein. Die Kundenberater sparen rund 30 Prozent Vorbereitungszeit, die in die Beratung selbst fließt. Es geht um eingesparte Vorbereitungszeit, nicht um Personalabbau.

Projekt im Überblick

Kunde

Sparkasse

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