Case Study
Factoring im Firmenkundenvertrieb: über 500 KMU-Kunden im ersten Jahr
Vertriebsansatz für Factoring im Firmenkundengeschäft einer Großbank: über 500 KMU-Kunden im ersten Jahr, 10 Prozent davon aktive Nutzer.
Kunde und Betreuung
3 min Lesezeit

über 500
Factoring-Kunden im KMU-Segment im ersten Jahr
Factoring
trotz Erklärungsbedarf im Vertrieb verankert
10 %
der KMU-Kunden in aktive Nutzer gewandelt
Auf einen Blick
Eine deutsche Großbank wollte ihre Factoring-Lösungen im Firmenkundengeschäft stärker im Beratungsgespräch platzieren. Entstanden ist eine Vertriebsstrategie mit klarer Zielkundenlogik nach Bedarf und Potenzial sowie konkreten Gesprächsanlässen für den Firmenkundenvertrieb. Das erklärungsbedürftige Produkt ist damit fest im Vertriebsprozess verankert, statt regelmäßig hinter dem Kredit zurückzubleiben. Im ersten Jahr kamen über 500 Factoring-Kunden im KMU-Segment hinzu, 10 Prozent davon wurden zu aktiven Nutzern.
Der Kunde
Eine deutsche Großbank mit breitem Firmenkundengeschäft und entsprechend heterogener Kundenbasis im Mittelstands- und Firmenkundensegment.
Ausgangslage
Factoring-Lösungen sollten im Firmenkundengeschäft stärker platziert werden. Das Produkt war vorhanden und wettbewerbsfähig, kam im Kundengespräch aber selten zur Sprache, weil es im Beratungsalltag keinen festen Platz hatte.
Herausforderung
Erklärungsbedürftige Produkte scheitern selten am Produkt und meist am Vertriebsweg. Ohne klare Zielkundenlogik landet Factoring im Gespräch regelmäßig hinter dem Kredit, weil der Kredit dem Berater vertrauter ist und schneller zum Abschluss führt. Es fehlte damit weniger an Produktwissen als an einem konkreten Anlass, das Thema überhaupt anzusprechen.
Vorgehen
Wir haben eine Vertriebsstrategie für die Factoring-Lösungen entwickelt, von der Zielkundenlogik bis zur Ansprache im laufenden Firmenkundengespräch:
Abgleich des bestehenden Produktangebots mit der tatsächlichen Vertriebspraxis im Firmenkundengeschäft
Identifikation der Kundensituationen, in denen Factoring den größten Nutzen gegenüber klassischen Finanzierungsformen stiftet
Entwicklung einer Zielkundenlogik nach Bedarf und Potenzial zur Priorisierung der Ansprache
Ableitung konkreter Gesprächsanlässe, die im laufenden Firmenkundengespräch natürlich zum Thema Factoring führen
Abstimmung dieser Anlässe auf typische Gesprächssituationen im Kreditgeschäft, damit Factoring nicht erst nach dem Kredit zur Sprache kommt
Aufbereitung der Strategie für die Vertriebsorganisation, damit Berater sie im Tagesgeschäft direkt anwenden können
Ergebnis war eine Strategie, die Zielkundenlogik und Gesprächsanlässe eng miteinander verzahnt, statt Produktwissen und Vertriebspraxis getrennt zu betrachten.
Ein typischer Gesprächsanlass: Ein mittelständischer Großhändler, dessen Abnehmer mit langen Zahlungszielen zahlen, fragt eine höhere Kreditlinie an. Statt nur die Linie zu prüfen, spricht der Berater Factoring an. Offene Rechnungen werden sofort liquide, und die Kreditlinie bleibt für Investitionen frei.

Ergebnisse
Über 500 Factoring-Kunden im KMU-Segment im ersten Jahr
10 Prozent davon in aktive Nutzer gewandelt
Vertriebsstrategie für die Factoring-Lösungen im Firmenkundengeschäft vorliegend
Zielkundenlogik nach Bedarf und Potenzial, statt undifferenzierter Ansprache
Konkrete Gesprächsanlässe für den Firmenkundenvertrieb definiert
Factoring als erklärungsbedürftiges Produkt fest im Vertriebsprozess verankert
Berater haben einen klaren Anlass, das Thema im Gespräch anzusprechen, statt es dem Zufall zu überlassen

Was andere Banken daraus mitnehmen
Bei erklärungsbedürftigen Produkten hilft mehr Produktschulung selten. Der Berater spricht ein Thema an, wenn er einen Anlass hat und weiß, bei welchem Kunden es passt. Zielkundenlogik und Gesprächsanlässe sind deshalb die eigentliche Vertriebsarbeit, nicht die Produktbeschreibung.
Häufige Fragen
Warum wird Factoring im Firmenkundengeschäft oft nur selten angesprochen?
Weil es erklärungsbedürftig ist und im Gespräch mit dem vertrauteren Kreditthema konkurriert. Ohne Anlass kommt es schlicht nicht zur Sprache.
Was hilft mehr als zusätzliche Produktschulung?
Eine Zielkundenlogik, die zeigt, bei welchen Kundensituationen das Produkt Nutzen stiftet, und konkrete Anlässe für das Gespräch.
Werden dadurch Vertriebsvorgaben oder Beraterrollen verändert?
Nein. Die Strategie ergänzt die bestehende Beratung um Zielkundenlogik und Gesprächsanlässe, sie ersetzt keine Rollen und schreibt keine starren Skripte vor.
Lässt sich das Vorgehen auf andere erklärungsbedürftige Produkte übertragen?
Ja. Das Muster wiederholt sich überall dort, wo ein Produkt im selben Gespräch gegen eine vertrautere Alternative antritt.
Ähnliche Ausgangslage?
Gemeinsam klären, was davon übertragbar ist.


