Insight

Sparkassen: Die Kosten wachsen, der Zinsüberschuss nicht mehr

2025 stieg der Verwaltungsaufwand der Sparkassen um 5,6 Prozent, der Zinsüberschuss stagnierte. Warum Effizienz damit zur Ergebnisfrage wird.

Prozesse und Effizienz

3 min Lesezeit

Kernaussage

Wenn der Zinsüberschuss nicht mehr wächst, entscheidet die Kostenseite über den Spielraum der Sparkassen. Effizienz ist dann kein Sparprogramm, sondern Voraussetzung für Investitionen in Kunden, Personal und Technik.

Drei Platten aus satiniertem Glas, die mittlere verschoben mit blau leuchtender Kante: Kosten und Erträge der Sparkassen geraten aus dem Gleichgewicht

Die wichtigsten Erkenntnisse

Verwaltungsaufwand wächst schneller als die Erträge

Cost-Income-Ratio hat sich 2025 verschlechtert

IT-Sicherheit und Digitalisierung treiben die Kosten

Der Ertragsmotor stottert, die Kosten laufen weiter

Die Zinswende hat die Ergebnisse der Sparkassen getragen, doch dieser Rückenwind lässt nach. Nach den Zahlen des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands für 2025 stagniert der Zinsüberschuss, während die Kosten deutlich steigen, und damit wird Effizienz zur Frage des Ergebnisses.

Laut der DSGV-Übersicht zur Rentabilität 2025 vom 17. März 2026 blieb der Zinsüberschuss mit 29,8 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Der Verwaltungsaufwand stieg dagegen um 5,6 Prozent auf 23,5 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis vor Bewertung sank um 3,7 Prozent auf 18,1 Milliarden Euro. Die Cost-Income-Ratio verschlechterte sich auf 56,5 Prozent nach 54,2 Prozent im Vorjahr.

Woher kommt der Kostenanstieg bei den Sparkassen?

Der Anstieg ist breit verteilt. Nach den DSGV-Zahlen wuchs der Personalaufwand um 5,3 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro, der Sachaufwand um 6,0 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Der Provisionsüberschuss legte zwar um 5,4 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro zu, konnte den Kostenanstieg aber nicht ausgleichen.

Die Deutsche Bundesbank erwartet in ihrem Monatsbericht vom September 2026, dass die Verwaltungskosten der Kreditinstitute weiter zunehmen, unter anderem durch Investitionen in Cyber- und IT-Sicherheit, die Cyberrisiken und Fortschritte bei künstlicher Intelligenz erfordern, sowie durch Digitalisierung. Für das Management bedeutet das: Ein Teil der Kosten ist strukturell und wird nicht von selbst zurückgehen.

Wie stehen die Sparkassen im Vergleich zur Kreditwirtschaft da?

Die Sparkassen entwickeln sich ungünstiger als die Kreditwirtschaft insgesamt. Nach dem Monatsbericht der Bundesbank stiegen die operativen Erträge aller Kreditinstitute 2025 um 4,1 Prozent auf den Rekordwert von 172,5 Milliarden Euro, der Verwaltungsaufwand um 3,7 Prozent auf 102,5 Milliarden Euro. Die Aufwand-Ertrag-Relation verbesserte sich leicht auf 59,4 Prozent nach 59,6 Prozent.

Für die Sparkassen weist die Bundesbank eine Aufwand-Ertrag-Relation von 57,8 Prozent aus, einen Prozentpunkt mehr als im Vorjahr, bei einem Anstieg des Verwaltungsaufwands um 4,2 Prozent. Die Werte weichen von denen des DSGV ab, weil die Bundesbank anders abgrenzt; die Richtung ist in beiden Quellen dieselbe. Die Sparkassen arbeiten damit weiter effizienter als der Durchschnitt aller Banken, doch während sich die Relation für die Kreditwirtschaft insgesamt leicht verbesserte, verschlechterte sie sich bei ihnen, und damit schrumpft der Spielraum für Investitionen.

Warum Kostensenkung allein den Sparkassen nicht hilft

Pauschale Kürzungen treffen genau die Investitionen, die künftige Effizienz erst ermöglichen. Wer IT- und KI-Budgets kappt, um die Quote kurzfristig zu halten, verschiebt das Problem. Wirksamer ist die Frage, wo heute Arbeitszeit in Tätigkeiten fließt, die keinen Kundennutzen stiften: Nachbearbeitung, Doppelerfassung, manuelle Berichte, Abstimmungsschleifen zwischen Markt und Marktfolge.

Dort setzen KI-Assistenz und Automatisierung an, und ihr Nutzen zeigt sich in Stunden, nicht in Lizenzen. Dass die Lizenz meist der kleinste Posten ist, haben wir in unserem Beitrag zum KI-Budget 2027 eingeordnet.

Wo Sparkassen jetzt ansetzen sollten

  • Kostentreiber nach Prozessen ordnen, nicht nach Kostenarten: Welche fünf Abläufe binden die meisten Stunden in Markt und Marktfolge?

  • Investitionen in KI und IT an freiwerdender Kapazität messen und festlegen, wofür diese Kapazität eingesetzt wird.

  • Prioritäten setzen: Welches Vorhaben senkt Kosten und verbessert zugleich die Kundenbetreuung, und welches wird dafür zurückgestellt?

Wie viel Spielraum die eigene Sparkasse hat, zeigt sich weniger an der Quote als an der Zahl der Stunden, die heute in Nacharbeit fließen. Gern tauschen wir uns in einem ersten Gespräch dazu aus.

Sotica Insights

Redaktion · Beiträge aus der Beratungspraxis

Ein Thema, das gerade beschäftigt?

Gemeinsam einordnen, was daraus folgt.

Drei Platten aus satiniertem Glas, die mittlere verschoben mit blau leuchtender Kante: Kosten und Erträge der Sparkassen geraten aus dem Gleichgewicht

Die wichtigsten Erkenntnisse

Verwaltungsaufwand wächst schneller als die Erträge

Cost-Income-Ratio hat sich 2025 verschlechtert

IT-Sicherheit und Digitalisierung treiben die Kosten

Der Ertragsmotor stottert, die Kosten laufen weiter

Die Zinswende hat die Ergebnisse der Sparkassen getragen, doch dieser Rückenwind lässt nach. Nach den Zahlen des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands für 2025 stagniert der Zinsüberschuss, während die Kosten deutlich steigen, und damit wird Effizienz zur Frage des Ergebnisses.

Laut der DSGV-Übersicht zur Rentabilität 2025 vom 17. März 2026 blieb der Zinsüberschuss mit 29,8 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Der Verwaltungsaufwand stieg dagegen um 5,6 Prozent auf 23,5 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis vor Bewertung sank um 3,7 Prozent auf 18,1 Milliarden Euro. Die Cost-Income-Ratio verschlechterte sich auf 56,5 Prozent nach 54,2 Prozent im Vorjahr.

Woher kommt der Kostenanstieg bei den Sparkassen?

Der Anstieg ist breit verteilt. Nach den DSGV-Zahlen wuchs der Personalaufwand um 5,3 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro, der Sachaufwand um 6,0 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Der Provisionsüberschuss legte zwar um 5,4 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro zu, konnte den Kostenanstieg aber nicht ausgleichen.

Die Deutsche Bundesbank erwartet in ihrem Monatsbericht vom September 2026, dass die Verwaltungskosten der Kreditinstitute weiter zunehmen, unter anderem durch Investitionen in Cyber- und IT-Sicherheit, die Cyberrisiken und Fortschritte bei künstlicher Intelligenz erfordern, sowie durch Digitalisierung. Für das Management bedeutet das: Ein Teil der Kosten ist strukturell und wird nicht von selbst zurückgehen.

Wie stehen die Sparkassen im Vergleich zur Kreditwirtschaft da?

Die Sparkassen entwickeln sich ungünstiger als die Kreditwirtschaft insgesamt. Nach dem Monatsbericht der Bundesbank stiegen die operativen Erträge aller Kreditinstitute 2025 um 4,1 Prozent auf den Rekordwert von 172,5 Milliarden Euro, der Verwaltungsaufwand um 3,7 Prozent auf 102,5 Milliarden Euro. Die Aufwand-Ertrag-Relation verbesserte sich leicht auf 59,4 Prozent nach 59,6 Prozent.

Für die Sparkassen weist die Bundesbank eine Aufwand-Ertrag-Relation von 57,8 Prozent aus, einen Prozentpunkt mehr als im Vorjahr, bei einem Anstieg des Verwaltungsaufwands um 4,2 Prozent. Die Werte weichen von denen des DSGV ab, weil die Bundesbank anders abgrenzt; die Richtung ist in beiden Quellen dieselbe. Die Sparkassen arbeiten damit weiter effizienter als der Durchschnitt aller Banken, doch während sich die Relation für die Kreditwirtschaft insgesamt leicht verbesserte, verschlechterte sie sich bei ihnen, und damit schrumpft der Spielraum für Investitionen.

Warum Kostensenkung allein den Sparkassen nicht hilft

Pauschale Kürzungen treffen genau die Investitionen, die künftige Effizienz erst ermöglichen. Wer IT- und KI-Budgets kappt, um die Quote kurzfristig zu halten, verschiebt das Problem. Wirksamer ist die Frage, wo heute Arbeitszeit in Tätigkeiten fließt, die keinen Kundennutzen stiften: Nachbearbeitung, Doppelerfassung, manuelle Berichte, Abstimmungsschleifen zwischen Markt und Marktfolge.

Dort setzen KI-Assistenz und Automatisierung an, und ihr Nutzen zeigt sich in Stunden, nicht in Lizenzen. Dass die Lizenz meist der kleinste Posten ist, haben wir in unserem Beitrag zum KI-Budget 2027 eingeordnet.

Wo Sparkassen jetzt ansetzen sollten

  • Kostentreiber nach Prozessen ordnen, nicht nach Kostenarten: Welche fünf Abläufe binden die meisten Stunden in Markt und Marktfolge?

  • Investitionen in KI und IT an freiwerdender Kapazität messen und festlegen, wofür diese Kapazität eingesetzt wird.

  • Prioritäten setzen: Welches Vorhaben senkt Kosten und verbessert zugleich die Kundenbetreuung, und welches wird dafür zurückgestellt?

Wie viel Spielraum die eigene Sparkasse hat, zeigt sich weniger an der Quote als an der Zahl der Stunden, die heute in Nacharbeit fließen. Gern tauschen wir uns in einem ersten Gespräch dazu aus.

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Drei Platten aus satiniertem Glas, die mittlere verschoben mit blau leuchtender Kante: Kosten und Erträge der Sparkassen geraten aus dem Gleichgewicht

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IT-Sicherheit und Digitalisierung treiben die Kosten

Der Ertragsmotor stottert, die Kosten laufen weiter

Die Zinswende hat die Ergebnisse der Sparkassen getragen, doch dieser Rückenwind lässt nach. Nach den Zahlen des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands für 2025 stagniert der Zinsüberschuss, während die Kosten deutlich steigen, und damit wird Effizienz zur Frage des Ergebnisses.

Laut der DSGV-Übersicht zur Rentabilität 2025 vom 17. März 2026 blieb der Zinsüberschuss mit 29,8 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Der Verwaltungsaufwand stieg dagegen um 5,6 Prozent auf 23,5 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis vor Bewertung sank um 3,7 Prozent auf 18,1 Milliarden Euro. Die Cost-Income-Ratio verschlechterte sich auf 56,5 Prozent nach 54,2 Prozent im Vorjahr.

Woher kommt der Kostenanstieg bei den Sparkassen?

Der Anstieg ist breit verteilt. Nach den DSGV-Zahlen wuchs der Personalaufwand um 5,3 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro, der Sachaufwand um 6,0 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Der Provisionsüberschuss legte zwar um 5,4 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro zu, konnte den Kostenanstieg aber nicht ausgleichen.

Die Deutsche Bundesbank erwartet in ihrem Monatsbericht vom September 2026, dass die Verwaltungskosten der Kreditinstitute weiter zunehmen, unter anderem durch Investitionen in Cyber- und IT-Sicherheit, die Cyberrisiken und Fortschritte bei künstlicher Intelligenz erfordern, sowie durch Digitalisierung. Für das Management bedeutet das: Ein Teil der Kosten ist strukturell und wird nicht von selbst zurückgehen.

Wie stehen die Sparkassen im Vergleich zur Kreditwirtschaft da?

Die Sparkassen entwickeln sich ungünstiger als die Kreditwirtschaft insgesamt. Nach dem Monatsbericht der Bundesbank stiegen die operativen Erträge aller Kreditinstitute 2025 um 4,1 Prozent auf den Rekordwert von 172,5 Milliarden Euro, der Verwaltungsaufwand um 3,7 Prozent auf 102,5 Milliarden Euro. Die Aufwand-Ertrag-Relation verbesserte sich leicht auf 59,4 Prozent nach 59,6 Prozent.

Für die Sparkassen weist die Bundesbank eine Aufwand-Ertrag-Relation von 57,8 Prozent aus, einen Prozentpunkt mehr als im Vorjahr, bei einem Anstieg des Verwaltungsaufwands um 4,2 Prozent. Die Werte weichen von denen des DSGV ab, weil die Bundesbank anders abgrenzt; die Richtung ist in beiden Quellen dieselbe. Die Sparkassen arbeiten damit weiter effizienter als der Durchschnitt aller Banken, doch während sich die Relation für die Kreditwirtschaft insgesamt leicht verbesserte, verschlechterte sie sich bei ihnen, und damit schrumpft der Spielraum für Investitionen.

Warum Kostensenkung allein den Sparkassen nicht hilft

Pauschale Kürzungen treffen genau die Investitionen, die künftige Effizienz erst ermöglichen. Wer IT- und KI-Budgets kappt, um die Quote kurzfristig zu halten, verschiebt das Problem. Wirksamer ist die Frage, wo heute Arbeitszeit in Tätigkeiten fließt, die keinen Kundennutzen stiften: Nachbearbeitung, Doppelerfassung, manuelle Berichte, Abstimmungsschleifen zwischen Markt und Marktfolge.

Dort setzen KI-Assistenz und Automatisierung an, und ihr Nutzen zeigt sich in Stunden, nicht in Lizenzen. Dass die Lizenz meist der kleinste Posten ist, haben wir in unserem Beitrag zum KI-Budget 2027 eingeordnet.

Wo Sparkassen jetzt ansetzen sollten

  • Kostentreiber nach Prozessen ordnen, nicht nach Kostenarten: Welche fünf Abläufe binden die meisten Stunden in Markt und Marktfolge?

  • Investitionen in KI und IT an freiwerdender Kapazität messen und festlegen, wofür diese Kapazität eingesetzt wird.

  • Prioritäten setzen: Welches Vorhaben senkt Kosten und verbessert zugleich die Kundenbetreuung, und welches wird dafür zurückgestellt?

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Sotica ist eine Unternehmensberatung mit Sitz in München. Für alle Aufträge gelten unsere AGB. Die Inhalte dieser Website dienen der allgemeinen Information. Sotica ist eine eingetragene Marke. © 2026 Sotica. Alle Rechte vorbehalten.

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