Case Study

KYC-Prüfung beim Kreditversicherer: über 90 % kürzere Durchlaufzeit

Automatisierte KYC-Prüfung: über 90 Prozent kürzere Durchlaufzeit von der Antragstellung bis zur Freigabe, rund 20 Prozent höhere Kundenzufriedenheit.

Prozesse & Effizienz

6 Minuten Lesen

über 90 %

Kürzere Durchlaufzeit der KYC-Prüfung

rund 20 %

Höhere Kundenzufriedenheit

einheitlich

Prüfschritte statt individueller Handarbeit

Auf einen Blick

Ein Kreditversicherer hat sein Kundenonboarding von manuellen KYC-Prüfungen auf eine automatisierte Strecke umgestellt. Die Durchlaufzeit der KYC-Prüfung, von der Antragstellung bis zur Freigabe, sank um über 90 Prozent. Die Prüfschritte laufen seitdem einheitlich und dokumentiert statt in individueller Handarbeit, die Kundenzufriedenheit stieg um rund 20 Prozent. Eine neue API-Anbindung bildet die Grundlage für weitere Digitalisierungsschritte.

Der Kunde

Ein Kreditversicherer im gewerblichen Geschäft, dessen Wachstum am Onboarding-Prozess zu scheitern drohte.

Ausgangslage

Das Kundenonboarding war durch manuelle KYC-Prüfprozesse geprägt, mit langen Durchlaufzeiten, uneinheitlicher Umsetzung und einer Benutzerführung, die Abbrüche geradezu provozierte. Eine strukturierte KYC-Strategie und automatisierte Prüfmechanismen fehlten, sodass jede Prüfung aufs Neue zur Handarbeit wurde und potenzielle Kunden unterwegs absprangen. Weil die Prüfschritte je nach Bearbeiter unterschiedlich ausfielen, war die Nachweisführung gegenüber der Aufsicht zudem aufwändig.

Herausforderung

KYC ist regulatorisch zwingend und zugleich der häufigste Abbruchpunkt im gesamten Onboarding. Beides musste zusammen gedacht werden, denn regulatorische Anforderungen und eine reibungslose Nutzerführung lassen sich nur dann vereinen, wenn man sie von Anfang an gemeinsam entwirft. Intern hieß das, zwei Bereiche mit gegensätzlichen Zielen an einen Tisch zu holen: Compliance wollte mehr Prüftiefe, der Vertrieb weniger Hürden.

Drei überlappende Kreise: Compliance will mehr Prüftiefe, Vertrieb will weniger Hürden, IT und Data Science liefern Schnittstellen und Datenquellen. In der gemeinsamen Mitte steht eine belastbare, abgestimmte Prüfstrecke.

Vorgehen

Wir haben das KYC-Onboarding gemeinsam mit Compliance, Vertrieb, IT und Data Science neu aufgesetzt, von der Anforderungsklärung bis zur produktiven, KI-gestützten Prüfstrecke:

  • Workshops mit Compliance- und Vertriebsteams, um die oft gegensätzlichen Anforderungen gemeinsam auf den Tisch zu legen

  • Analyse der bestehenden Onboarding-Prozesse mit Blick auf die konkreten Absprungpunkte

  • Erarbeitung eines klaren Anforderungskatalogs für die Integration des KYC-Moduls

  • Enge Zusammenarbeit mit IT und Data Science für die nötigen Datenschnittstellen und Datenquellen

  • Integration KI-gestützter Risikoanalysen zur Beschleunigung der Prüfung und Reduzierung manueller Rückfragen

  • Iterative Tests der neuen Prüfschritte an echten Onboarding-Strecken

In den iterativen Tests mussten wir zwei Prüfschritte zurücknehmen, die zwar schneller waren, aber von der Compliance-Seite nicht mitgetragen wurden. Der abgestimmte Stand war am Ende weniger radikal als der erste Entwurf und dafür belastbar.

Ergebnisse

  • Über 90 Prozent kürzere Durchlaufzeit der KYC-Prüfung, von der Antragstellung bis zur Freigabe

  • Einheitliche und dokumentierte Prüfschritte statt individueller Handarbeit

  • Die Nachweisführung gegenüber der Aufsicht ist deutlich einfacher geworden

  • Eine API-Anbindung bildet die Grundlage für weitere Digitalisierungsschritte

  • Rund 20 Prozent höhere Kundenzufriedenheit dank eines spürbar intuitiveren Prozesses

Was andere Kreditversicherer daraus mitnehmen

Compliance und Conversion gelten im Onboarding als Gegensatz. Praktisch entsteht der Konflikt erst dadurch, dass beide Bereiche nacheinander arbeiten: Der Vertrieb baut die Strecke, Compliance prüft sie hinterher und fügt Hürden ein. Wer beide von Anfang an an einen Tisch holt und die Absprungpunkte an echten Strecken misst, löst den Konflikt weitgehend auf. Man sollte allerdings damit rechnen, dass die Compliance-Seite Teile des Entwurfs zurückholt. Genau das ist der Punkt: Ein Ergebnis, das beide tragen, hält länger als ein schneller Entwurf, der nachträglich kassiert wird.

Vergleich zweier Arbeitsweisen. Nacheinander: Der Vertrieb baut die Strecke, Compliance prüft hinterher und fügt Hürden nachträglich ein, Prüfschritte fallen je nach Bearbeiter unterschiedlich aus, ein schneller Entwurf wird später kassiert. Von Anfang an gemeinsam: Beide Bereiche sitzen an einem Tisch, Absprungpunkte werden an echten Strecken gemessen, Prüfschritte laufen einheitlich und dokumentiert, am Ende steht ein Stand, den beide tragen.

Häufige Fragen

Worauf bezieht sich die Verkürzung um über 90 Prozent?
Auf die Durchlaufzeit der KYC-Prüfung von der Antragstellung bis zur Freigabe. Die Gesamtdauer des Onboardings hängt zusätzlich davon ab, wie schnell der Kunde seine Unterlagen einreicht.

Lässt sich KYC automatisieren, ohne regulatorische Anforderungen zu verletzen?
Ja. Automatisierte Prüfungen laufen einheitlich und sind dokumentiert, was die Nachweisführung gegenüber der Aufsicht eher vereinfacht als erschwert.

Wo brechen Kunden im Onboarding typischerweise ab?
An den Prüfschritten mit hohem Aufwand und unklarer Erwartung. Diese Punkte lassen sich nur an echten Strecken messen, nicht am Konzept.

Welche Rolle spielt KI dabei?
KI-gestützte Risikoanalysen beschleunigen die Prüfung und reduzieren manuelle Rückfragen an den Kunden.

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Porträt von Dominik Winkel

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Dominik Winkel

Managing Partner

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