Insight
KI-Assistenten: Verbundlösung oder Eigenentwicklung?
Kaufen oder bauen? Die Entscheidung fällt nicht an der Technik, sondern an Prozess, Wissensbasis und der eigenen Legacy-IT. Ein nüchterner Vergleich.
Geschäftsmodell und Innovation
5 min Lesezeit
Kernaussage
Kaufen oder bauen ist keine Technikfrage, sondern eine Frage von Prozess, Wissensbasis und Anspruch. Wer mit dem Tool beginnt statt mit dem Bedarf, entscheidet am eigenen Institut vorbei.

Die wichtigsten Erkenntnisse
Kaufen oder bauen: die Kernfrage
Technik entscheidet dabei nicht
Prozess und Legacy-IT zählen
Kaufen oder bauen? Die Frage entscheidet mehr als das Tool.
Ob ein Finanzinstitut bei KI-Assistenten auf die Verbundlösung setzt oder selbst entwickelt, entscheidet sich nicht an der Technik, sondern an der Frage, wie tief der Assistent in die eigenen Prozesse und das eigene Wissen eingreifen soll: Die Verbundlösung liefert schnell einen abgesicherten Standard, die Eigenentwicklung liefert Kontrolle und Passgenauigkeit zu höheren Kosten. Beide Wege sind richtig, aber für unterschiedliche Institute. Die Debatte krankt daran, dass sie als Glaubensfrage geführt wird statt als Abwägung.
Warum die Frage jetzt drängt
Die Tools sind reif. Die Finanz Informatik, der IT-Dienstleister der Sparkassen, baut ihr KI-Angebot aus und hat mit dem S-KIPilot einen Assistenten im Markt, der an die Wissensbasis und das Kernbankensystem angebunden ist. Die Finanz Informatik erzielte 2024 Umsatzerlöse von 2,69 Milliarden Euro und investiert über 400 Millionen Euro in die Entwicklung, so ihr Jahresbericht 2025. Ein einzelnes Institut kann diese Größenordnung nicht spiegeln. Genau das ist das Argument der Verbundlösung.
Gleichzeitig steigt der Druck, überhaupt zu handeln. Wo das Institut keine Antwort gibt, geben die Mitarbeiter sich selbst eine, meist über private Tools ohne Governance. Die Wahl zwischen Kaufen und Bauen ist deshalb keine akademische Übung, sondern die Frage, wie ein Institut die Nutzung ordnet, bevor sie sich unkontrolliert ausbreitet.
Die Verbundlösung: Stärken
Die Verbundlösung skaliert Entwicklungskosten über viele Institute. Ein Institut zahlt einen Bruchteil dessen, was Eigenentwicklung kostet, und bekommt eine Lösung, die aufsichtskonform gebaut und an die Kernsysteme angebunden ist. Updates, Sicherheit und regulatorische Anpassungen liegen beim Dienstleister. Für ein Institut ohne eigene KI-Kompetenz ist das der schnellste Weg zu einem produktiven Assistenten.
Hinzu kommt die Integration. Ein Assistent, der bereits an das Kernbankensystem angebunden ist, spart die teuerste und langwierigste Arbeit: die Schnittstellen.
Die Verbundlösung: Grenzen
Die Stärke ist zugleich die Grenze. Eine Lösung für viele Institute ist eine Lösung für keinen speziellen Fall. Wer einen Prozess hat, der vom Standard abweicht, oder ein Wissensfeld, das die Verbundlösung nicht abdeckt, stößt an eine Wand, die er nicht selbst versetzen kann. Das Tempo der Anpassung richtet sich nach dem Verbund, nicht nach dem einzelnen Institut. Und die Gremienstruktur, die im Verbund über Richtungsentscheidungen wacht, bremst mitunter genau die Weiterentwicklung, die ein einzelnes Institut bräuchte.
Ein weiterer Punkt wird oft übersehen: Die Verbundlösung nivelliert den Wettbewerb. Wenn alle Institute dasselbe Tool nutzen, entsteht daraus kein Vorsprung, sondern ein neuer Standard. Das ist für die meisten Prozesse richtig und wirtschaftlich. Für den einen Prozess, mit dem sich ein Institut vom Nachbarn abheben will, taugt der geteilte Standard nicht.
Die Eigenentwicklung: Stärken
Die Eigenentwicklung liefert Kontrolle. Das Institut entscheidet, welcher Prozess zuerst automatisiert wird, welches Wissen der Assistent kennt und wie schnell er wächst. Der Assistent lässt sich exakt auf die eigenen Abläufe zuschneiden, auf die eigene Wissensbasis, auf die eigene Sprache. Für ein Institut mit einem klaren, differenzierenden Prozess ist das der Weg zu einem echten Vorteil statt zu einem Standard, den alle haben. Der Assistent kennt dann nicht irgendeine Wissensbasis, sondern die des Instituts, mit seinen Produkten, seiner Region und seiner Sprache. Diese Nähe zum eigenen Geschäft lässt sich nicht zukaufen.
Die Eigenentwicklung: Grenzen
Der Preis ist hoch. Eigenentwicklung verlangt Kompetenz, die die meisten Institute nicht haben und am Markt teuer einkaufen müssen. Sie bindet Kapazität, sie trägt das Risiko, und sie verlangt eine dauerhafte Pflege, denn ein Assistent ist nie fertig. Legacy-IT ohne offene Schnittstellen macht die Anbindung zusätzlich schwer und teuer. Wer die laufenden Kosten unterschätzt, baut ein Tool, das nach dem ersten Jahr veraltet.
Der Denkfehler in der Debatte
Die Debatte wird oft als Entweder-oder geführt. Das ist der Fehler. Die realistische Antwort ist meist ein Sowohl-als-auch: die Verbundlösung als Basis für die Standardfälle, eine gezielte Eigenentwicklung dort, wo das Institut sich unterscheiden will. Entscheidend ist nicht das Tool, sondern die Wissensbasis dahinter. Ein Assistent ist nur so gut wie das Wissen, aus dem er schöpft. Wo dieses Wissen ungesichert in Köpfen liegt, hilft weder Kauf noch Eigenbau, wie der Blick auf die Frage jeder Vierte geht, das Wissen geht mit zeigt.
Die Einordnung: Wann was passt
Die Verbundlösung passt für Institute, die schnell einen abgesicherten Standard brauchen, keine eigene KI-Kompetenz aufbauen wollen und deren Prozesse dem Branchenstandard folgen. Die Eigenentwicklung passt für Institute mit einem differenzierenden Prozess, eigener Kompetenz und dem Willen, dauerhaft in das Tool zu investieren. Wer unsicher ist, beginnt mit der Verbundlösung und entwickelt gezielt dort weiter, wo der Standard nicht reicht. Das senkt das Risiko und hält den Weg offen.
Ein Kriterium schlägt dabei alle anderen: die Legacy-Landschaft. Ein Institut mit modernen Schnittstellen hat die Wahl. Ein Institut mit alten Kernsystemen ohne offene Schnittstellen hat sie kaum, denn hier scheitert die Eigenentwicklung an der Anbindung, bevor sie am Können scheitert. Die ehrliche Prüfung der eigenen IT steht deshalb vor jeder Grundsatzentscheidung. Wer sie überspringt, entscheidet über einen Weg, den die eigenen Systeme am Ende gar nicht zulassen.
Der nächste Schritt
Vor der Tool-Frage steht die Bedarfsfrage. Welcher Prozess bindet die meiste Kapazität, welches Wissen soll der Assistent kennen, und wie stark unterscheidet sich das Institut vom Standard? Erst diese Antworten entscheiden zwischen Kaufen und Bauen. Wer die Reihenfolge umdreht und mit dem Tool beginnt, sollte zuerst klären, wo im Institut heute schon Schatten-KI im Einsatz ist. Die Grundlage für die Entscheidung entsteht gemeinsam mit dem Management. Am Ende steht keine Tool-Empfehlung nach Gefühl, sondern eine Entscheidung, die zum Institut, zu seiner IT und zu seinem Anspruch passt. Darüber kommen wir gern ins Gespräch.
Ein Thema, das gerade beschäftigt?
Gemeinsam einordnen, was daraus folgt.

Die wichtigsten Erkenntnisse
Kaufen oder bauen: die Kernfrage
Technik entscheidet dabei nicht
Prozess und Legacy-IT zählen
Kaufen oder bauen? Die Frage entscheidet mehr als das Tool.
Ob ein Finanzinstitut bei KI-Assistenten auf die Verbundlösung setzt oder selbst entwickelt, entscheidet sich nicht an der Technik, sondern an der Frage, wie tief der Assistent in die eigenen Prozesse und das eigene Wissen eingreifen soll: Die Verbundlösung liefert schnell einen abgesicherten Standard, die Eigenentwicklung liefert Kontrolle und Passgenauigkeit zu höheren Kosten. Beide Wege sind richtig, aber für unterschiedliche Institute. Die Debatte krankt daran, dass sie als Glaubensfrage geführt wird statt als Abwägung.
Warum die Frage jetzt drängt
Die Tools sind reif. Die Finanz Informatik, der IT-Dienstleister der Sparkassen, baut ihr KI-Angebot aus und hat mit dem S-KIPilot einen Assistenten im Markt, der an die Wissensbasis und das Kernbankensystem angebunden ist. Die Finanz Informatik erzielte 2024 Umsatzerlöse von 2,69 Milliarden Euro und investiert über 400 Millionen Euro in die Entwicklung, so ihr Jahresbericht 2025. Ein einzelnes Institut kann diese Größenordnung nicht spiegeln. Genau das ist das Argument der Verbundlösung.
Gleichzeitig steigt der Druck, überhaupt zu handeln. Wo das Institut keine Antwort gibt, geben die Mitarbeiter sich selbst eine, meist über private Tools ohne Governance. Die Wahl zwischen Kaufen und Bauen ist deshalb keine akademische Übung, sondern die Frage, wie ein Institut die Nutzung ordnet, bevor sie sich unkontrolliert ausbreitet.
Die Verbundlösung: Stärken
Die Verbundlösung skaliert Entwicklungskosten über viele Institute. Ein Institut zahlt einen Bruchteil dessen, was Eigenentwicklung kostet, und bekommt eine Lösung, die aufsichtskonform gebaut und an die Kernsysteme angebunden ist. Updates, Sicherheit und regulatorische Anpassungen liegen beim Dienstleister. Für ein Institut ohne eigene KI-Kompetenz ist das der schnellste Weg zu einem produktiven Assistenten.
Hinzu kommt die Integration. Ein Assistent, der bereits an das Kernbankensystem angebunden ist, spart die teuerste und langwierigste Arbeit: die Schnittstellen.
Die Verbundlösung: Grenzen
Die Stärke ist zugleich die Grenze. Eine Lösung für viele Institute ist eine Lösung für keinen speziellen Fall. Wer einen Prozess hat, der vom Standard abweicht, oder ein Wissensfeld, das die Verbundlösung nicht abdeckt, stößt an eine Wand, die er nicht selbst versetzen kann. Das Tempo der Anpassung richtet sich nach dem Verbund, nicht nach dem einzelnen Institut. Und die Gremienstruktur, die im Verbund über Richtungsentscheidungen wacht, bremst mitunter genau die Weiterentwicklung, die ein einzelnes Institut bräuchte.
Ein weiterer Punkt wird oft übersehen: Die Verbundlösung nivelliert den Wettbewerb. Wenn alle Institute dasselbe Tool nutzen, entsteht daraus kein Vorsprung, sondern ein neuer Standard. Das ist für die meisten Prozesse richtig und wirtschaftlich. Für den einen Prozess, mit dem sich ein Institut vom Nachbarn abheben will, taugt der geteilte Standard nicht.
Die Eigenentwicklung: Stärken
Die Eigenentwicklung liefert Kontrolle. Das Institut entscheidet, welcher Prozess zuerst automatisiert wird, welches Wissen der Assistent kennt und wie schnell er wächst. Der Assistent lässt sich exakt auf die eigenen Abläufe zuschneiden, auf die eigene Wissensbasis, auf die eigene Sprache. Für ein Institut mit einem klaren, differenzierenden Prozess ist das der Weg zu einem echten Vorteil statt zu einem Standard, den alle haben. Der Assistent kennt dann nicht irgendeine Wissensbasis, sondern die des Instituts, mit seinen Produkten, seiner Region und seiner Sprache. Diese Nähe zum eigenen Geschäft lässt sich nicht zukaufen.
Die Eigenentwicklung: Grenzen
Der Preis ist hoch. Eigenentwicklung verlangt Kompetenz, die die meisten Institute nicht haben und am Markt teuer einkaufen müssen. Sie bindet Kapazität, sie trägt das Risiko, und sie verlangt eine dauerhafte Pflege, denn ein Assistent ist nie fertig. Legacy-IT ohne offene Schnittstellen macht die Anbindung zusätzlich schwer und teuer. Wer die laufenden Kosten unterschätzt, baut ein Tool, das nach dem ersten Jahr veraltet.
Der Denkfehler in der Debatte
Die Debatte wird oft als Entweder-oder geführt. Das ist der Fehler. Die realistische Antwort ist meist ein Sowohl-als-auch: die Verbundlösung als Basis für die Standardfälle, eine gezielte Eigenentwicklung dort, wo das Institut sich unterscheiden will. Entscheidend ist nicht das Tool, sondern die Wissensbasis dahinter. Ein Assistent ist nur so gut wie das Wissen, aus dem er schöpft. Wo dieses Wissen ungesichert in Köpfen liegt, hilft weder Kauf noch Eigenbau, wie der Blick auf die Frage jeder Vierte geht, das Wissen geht mit zeigt.
Die Einordnung: Wann was passt
Die Verbundlösung passt für Institute, die schnell einen abgesicherten Standard brauchen, keine eigene KI-Kompetenz aufbauen wollen und deren Prozesse dem Branchenstandard folgen. Die Eigenentwicklung passt für Institute mit einem differenzierenden Prozess, eigener Kompetenz und dem Willen, dauerhaft in das Tool zu investieren. Wer unsicher ist, beginnt mit der Verbundlösung und entwickelt gezielt dort weiter, wo der Standard nicht reicht. Das senkt das Risiko und hält den Weg offen.
Ein Kriterium schlägt dabei alle anderen: die Legacy-Landschaft. Ein Institut mit modernen Schnittstellen hat die Wahl. Ein Institut mit alten Kernsystemen ohne offene Schnittstellen hat sie kaum, denn hier scheitert die Eigenentwicklung an der Anbindung, bevor sie am Können scheitert. Die ehrliche Prüfung der eigenen IT steht deshalb vor jeder Grundsatzentscheidung. Wer sie überspringt, entscheidet über einen Weg, den die eigenen Systeme am Ende gar nicht zulassen.
Der nächste Schritt
Vor der Tool-Frage steht die Bedarfsfrage. Welcher Prozess bindet die meiste Kapazität, welches Wissen soll der Assistent kennen, und wie stark unterscheidet sich das Institut vom Standard? Erst diese Antworten entscheiden zwischen Kaufen und Bauen. Wer die Reihenfolge umdreht und mit dem Tool beginnt, sollte zuerst klären, wo im Institut heute schon Schatten-KI im Einsatz ist. Die Grundlage für die Entscheidung entsteht gemeinsam mit dem Management. Am Ende steht keine Tool-Empfehlung nach Gefühl, sondern eine Entscheidung, die zum Institut, zu seiner IT und zu seinem Anspruch passt. Darüber kommen wir gern ins Gespräch.
Ein Thema, das gerade beschäftigt?
Gemeinsam einordnen, was daraus folgt.

Die wichtigsten Erkenntnisse
Kaufen oder bauen: die Kernfrage
Technik entscheidet dabei nicht
Prozess und Legacy-IT zählen
Kaufen oder bauen? Die Frage entscheidet mehr als das Tool.
Ob ein Finanzinstitut bei KI-Assistenten auf die Verbundlösung setzt oder selbst entwickelt, entscheidet sich nicht an der Technik, sondern an der Frage, wie tief der Assistent in die eigenen Prozesse und das eigene Wissen eingreifen soll: Die Verbundlösung liefert schnell einen abgesicherten Standard, die Eigenentwicklung liefert Kontrolle und Passgenauigkeit zu höheren Kosten. Beide Wege sind richtig, aber für unterschiedliche Institute. Die Debatte krankt daran, dass sie als Glaubensfrage geführt wird statt als Abwägung.
Warum die Frage jetzt drängt
Die Tools sind reif. Die Finanz Informatik, der IT-Dienstleister der Sparkassen, baut ihr KI-Angebot aus und hat mit dem S-KIPilot einen Assistenten im Markt, der an die Wissensbasis und das Kernbankensystem angebunden ist. Die Finanz Informatik erzielte 2024 Umsatzerlöse von 2,69 Milliarden Euro und investiert über 400 Millionen Euro in die Entwicklung, so ihr Jahresbericht 2025. Ein einzelnes Institut kann diese Größenordnung nicht spiegeln. Genau das ist das Argument der Verbundlösung.
Gleichzeitig steigt der Druck, überhaupt zu handeln. Wo das Institut keine Antwort gibt, geben die Mitarbeiter sich selbst eine, meist über private Tools ohne Governance. Die Wahl zwischen Kaufen und Bauen ist deshalb keine akademische Übung, sondern die Frage, wie ein Institut die Nutzung ordnet, bevor sie sich unkontrolliert ausbreitet.
Die Verbundlösung: Stärken
Die Verbundlösung skaliert Entwicklungskosten über viele Institute. Ein Institut zahlt einen Bruchteil dessen, was Eigenentwicklung kostet, und bekommt eine Lösung, die aufsichtskonform gebaut und an die Kernsysteme angebunden ist. Updates, Sicherheit und regulatorische Anpassungen liegen beim Dienstleister. Für ein Institut ohne eigene KI-Kompetenz ist das der schnellste Weg zu einem produktiven Assistenten.
Hinzu kommt die Integration. Ein Assistent, der bereits an das Kernbankensystem angebunden ist, spart die teuerste und langwierigste Arbeit: die Schnittstellen.
Die Verbundlösung: Grenzen
Die Stärke ist zugleich die Grenze. Eine Lösung für viele Institute ist eine Lösung für keinen speziellen Fall. Wer einen Prozess hat, der vom Standard abweicht, oder ein Wissensfeld, das die Verbundlösung nicht abdeckt, stößt an eine Wand, die er nicht selbst versetzen kann. Das Tempo der Anpassung richtet sich nach dem Verbund, nicht nach dem einzelnen Institut. Und die Gremienstruktur, die im Verbund über Richtungsentscheidungen wacht, bremst mitunter genau die Weiterentwicklung, die ein einzelnes Institut bräuchte.
Ein weiterer Punkt wird oft übersehen: Die Verbundlösung nivelliert den Wettbewerb. Wenn alle Institute dasselbe Tool nutzen, entsteht daraus kein Vorsprung, sondern ein neuer Standard. Das ist für die meisten Prozesse richtig und wirtschaftlich. Für den einen Prozess, mit dem sich ein Institut vom Nachbarn abheben will, taugt der geteilte Standard nicht.
Die Eigenentwicklung: Stärken
Die Eigenentwicklung liefert Kontrolle. Das Institut entscheidet, welcher Prozess zuerst automatisiert wird, welches Wissen der Assistent kennt und wie schnell er wächst. Der Assistent lässt sich exakt auf die eigenen Abläufe zuschneiden, auf die eigene Wissensbasis, auf die eigene Sprache. Für ein Institut mit einem klaren, differenzierenden Prozess ist das der Weg zu einem echten Vorteil statt zu einem Standard, den alle haben. Der Assistent kennt dann nicht irgendeine Wissensbasis, sondern die des Instituts, mit seinen Produkten, seiner Region und seiner Sprache. Diese Nähe zum eigenen Geschäft lässt sich nicht zukaufen.
Die Eigenentwicklung: Grenzen
Der Preis ist hoch. Eigenentwicklung verlangt Kompetenz, die die meisten Institute nicht haben und am Markt teuer einkaufen müssen. Sie bindet Kapazität, sie trägt das Risiko, und sie verlangt eine dauerhafte Pflege, denn ein Assistent ist nie fertig. Legacy-IT ohne offene Schnittstellen macht die Anbindung zusätzlich schwer und teuer. Wer die laufenden Kosten unterschätzt, baut ein Tool, das nach dem ersten Jahr veraltet.
Der Denkfehler in der Debatte
Die Debatte wird oft als Entweder-oder geführt. Das ist der Fehler. Die realistische Antwort ist meist ein Sowohl-als-auch: die Verbundlösung als Basis für die Standardfälle, eine gezielte Eigenentwicklung dort, wo das Institut sich unterscheiden will. Entscheidend ist nicht das Tool, sondern die Wissensbasis dahinter. Ein Assistent ist nur so gut wie das Wissen, aus dem er schöpft. Wo dieses Wissen ungesichert in Köpfen liegt, hilft weder Kauf noch Eigenbau, wie der Blick auf die Frage jeder Vierte geht, das Wissen geht mit zeigt.
Die Einordnung: Wann was passt
Die Verbundlösung passt für Institute, die schnell einen abgesicherten Standard brauchen, keine eigene KI-Kompetenz aufbauen wollen und deren Prozesse dem Branchenstandard folgen. Die Eigenentwicklung passt für Institute mit einem differenzierenden Prozess, eigener Kompetenz und dem Willen, dauerhaft in das Tool zu investieren. Wer unsicher ist, beginnt mit der Verbundlösung und entwickelt gezielt dort weiter, wo der Standard nicht reicht. Das senkt das Risiko und hält den Weg offen.
Ein Kriterium schlägt dabei alle anderen: die Legacy-Landschaft. Ein Institut mit modernen Schnittstellen hat die Wahl. Ein Institut mit alten Kernsystemen ohne offene Schnittstellen hat sie kaum, denn hier scheitert die Eigenentwicklung an der Anbindung, bevor sie am Können scheitert. Die ehrliche Prüfung der eigenen IT steht deshalb vor jeder Grundsatzentscheidung. Wer sie überspringt, entscheidet über einen Weg, den die eigenen Systeme am Ende gar nicht zulassen.
Der nächste Schritt
Vor der Tool-Frage steht die Bedarfsfrage. Welcher Prozess bindet die meiste Kapazität, welches Wissen soll der Assistent kennen, und wie stark unterscheidet sich das Institut vom Standard? Erst diese Antworten entscheiden zwischen Kaufen und Bauen. Wer die Reihenfolge umdreht und mit dem Tool beginnt, sollte zuerst klären, wo im Institut heute schon Schatten-KI im Einsatz ist. Die Grundlage für die Entscheidung entsteht gemeinsam mit dem Management. Am Ende steht keine Tool-Empfehlung nach Gefühl, sondern eine Entscheidung, die zum Institut, zu seiner IT und zu seinem Anspruch passt. Darüber kommen wir gern ins Gespräch.
Ein Thema, das gerade beschäftigt?
Gemeinsam einordnen, was daraus folgt.


