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KI-Kompetenz in der Sparkasse: Pflicht erfüllt heißt nicht befähigt

Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt Maßnahmen, keine Zertifikate. Wie Sparkassen aus der Kompetenzpflicht eine rollenbezogene, messbare Befähigung machen.

Organisation und Kultur

6 min Lesezeit

Kernaussage

Eine Schulungsquote belegt Pflichterfüllung, keine Befähigung. KI-Kompetenz entsteht, wenn jede Rolle an den eigenen Prozessen trainiert und das Management die Anwendung im Alltag einfordert.

Titelbild zum Beitrag „KI-Kompetenz in der Sparkasse: Pflicht erfüllt heißt nicht befähigt“

Die wichtigsten Erkenntnisse

Artikel 4 verlangt Maßnahmen, kein Zertifikat

Befähigung nach Rollen statt Modul für alle

Gemessen wird der Arbeitsalltag, nicht die Quote

Die Schulung ist absolviert, gearbeitet wird wie vorher

Viele Sparkassen haben inzwischen ein KI-Schulungsprogramm, ein Lernmodul für alle und eine Teilnahmequote für den Bericht. Ob sich danach an den Arbeitsplätzen etwas verändert hat, misst kaum jemand. Die Pflicht gilt als erfüllt, die Befähigung ist offen.

Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt Maßnahmen zur KI-Kompetenz, keine Zertifikate. KI-Kompetenz entsteht in einer Sparkasse nicht durch absolvierte Pflichtmodule, sondern durch rollenbezogene, begleitete Anwendung an den eigenen Prozessen, und genau diese Form der Befähigung belegt die Pflicht zugleich am besten.

Was verlangt Artikel 4 der KI-Verordnung genau?

Artikel 4 der europäischen KI-Verordnung gilt seit dem 2. Februar 2025 und richtet sich an Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, also auch an jede Sparkasse, die einen KI-Assistenten einsetzt. Ursprünglich verlangte er, nach besten Kräften für ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz des Personals zu sorgen, unter Berücksichtigung von Vorwissen, Erfahrung, Ausbildung und Einsatzkontext. Mit der Änderungsverordnung (EU) 2026/1744, in Kraft seit dem 27. Juli 2026, wurde der Wortlaut angepasst: Anbieter und Betreiber ergreifen Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz, ein bestimmtes Kompetenzniveau je Person müssen sie nicht garantieren.

Für die Praxis heißt das zweierlei. Formal ist die Pflicht mit nachvollziehbaren Maßnahmen erfüllbar, ein Prüfungszertifikat verlangt sie nicht. Wirtschaftlich ändert die Anpassung nichts: Ein Institut, das KI-Tools bereitstellt, hat nur dann einen Nutzen davon, wenn Menschen sie sicher und wirksam einsetzen. Die ausführliche rechtliche Einordnung bietet der Beitrag Artikel 4 AI Act: Was nach dem Omnibus von der KI-Kompetenz bleibt.

Wie groß ist die Aufgabe in der Sparkassen-Finanzgruppe?

Groß. Die Finanz Informatik nennt in ihrem Praxisbericht zum S-KIPilot vom Juli 2026 das Ziel, rund 200.000 Beschäftigte in der Sparkassen-Finanzgruppe für den souveränen Umgang mit KI zu befähigen. Der Zugang zum S-KIPilot ist nur für nachweislich qualifizierte Mitarbeitende vorgesehen. Befähigung ist damit nicht nur Kompetenzfrage, sondern auch Voraussetzung dafür, dass das Tool überhaupt bei allen ankommt.

Branchenübergreifend wächst das Schulungsangebot der Unternehmen deutlich. Nach der repräsentativen Bitkom-Befragung vom September 2026 schulen 70 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten im Umgang mit KI: 11 Prozent alle Beschäftigten, 22 Prozent einen Großteil, 37 Prozent ausgewählte Beschäftigte. 25 Prozent bieten keinerlei Schulung an, ein Jahr zuvor waren es 43 Prozent. Der Tool-Zugang wird Normalität, der Vorsprung entsteht durch die Zahl der Menschen, die Tools wirksam einsetzen.

Balkendiagramm, Angebot von KI-Schulungen, Anteil der Unternehmen ab 20 Beschäftigten: für alle Beschäftigten 11 Prozent; für einen Großteil 22 Prozent; für ausgewählte Beschäftigte 37 Prozent; keine KI-Schulungen 25 Prozent (2025: 43 Prozent). Quelle: Bitkom, Erstmals nutzt die Mehrheit der Unternehmen KI, n = 603, Juli/August 2026

Warum erzeugen Pflichtmodule keine Kompetenz?

Weil Kompetenz sich im Handeln zeigt, nicht im Wissen. Wer nach der Schulung nicht weiß, welchen eigenen Arbeitsschritt er ab morgen anders erledigt, hat eine Teilnahmebestätigung erworben, keine Fähigkeit. Ein zweistündiges Modul für alle erfüllt den Zweck einer Quote für den Prüfungsbericht, verändert aber kein Verhalten am Arbeitsplatz.

Dass genau hier die Lücke liegt, zeigt sich dort am deutlichsten, wo die Tools längst verfügbar sind. Warum ein ausgerollter Assistent noch kein genutzter Assistent ist, beschreibt der Beitrag zur Nutzung des S-KIPilot in Sparkassen.

Welche Rollen brauchen welche Tiefe?

Ein tragfähiges Befähigungskonzept unterscheidet mindestens drei Ebenen. Die Breite: Alle Beschäftigten verstehen, was generative KI leistet, wo sie systematisch irrt, welche Daten in welches Tool dürfen und wie ein Ergebnis geprüft wird. Die Anwenderinnen und Anwender: Rollen mit täglichem KI-Kontakt trainieren an ihren realen Prozessen, vom Posteingang bis zur Gesprächsvorbereitung. Die Multiplikatoren: Je Bereich sammeln ein bis zwei Personen Anwendungsfälle, leiten Kolleginnen und Kollegen an und geben Rückmeldungen in die Weiterentwicklung.

Alles darüber hinaus, von Modellarchitekturen bis zu technischen Details der Sprachverarbeitung, ist für die Fläche Ballast. Der Maßstab bleibt: Jeder Inhalt muss sich an einem konkreten Arbeitsschritt festmachen lassen. Wie solche Formate aufgebaut werden, zeigt der Beitrag zu anwendbaren KI-Schulungen.

Welche Rolle spielen die Führungskräfte?

Die entscheidende. Wo die Bereichsleiterin eigene Anwendungsfälle zeigt, Ergebnisse im Termin einfordert und Zeit für das Ausprobieren freigibt, wird gearbeitet. Wo das Thema an die Personalentwicklung delegiert wird, bleibt es Schulungsstoff. Deshalb gehört die Führungsmannschaft an den Anfang jedes Befähigungsprogramms, als erste Anwendergruppe mit eigenen Fällen.

Bei einer vergleichbaren Sparkasse berichten nach einem KI-Führungsprogramm im laufenden Arbeitsrhythmus über 80 Prozent der Teilnehmenden von deutlich gestärkter KI-Kompetenz. Warum die Führungsmitte so oft zum Engpass wird, beschreibt der Beitrag zum mittleren Management in der KI-Transformation.

Woran misst eine Sparkasse den Fortschritt?

Nicht an der Schulungsquote. Brauchbare Messgrößen sind die wöchentlich aktiven Nutzenden je Bereich, die Zahl dokumentierter Anwendungsfälle im Alltag, der Zeitgewinn in ausgewählten Referenzprozessen und die Frage im Mitarbeitergespräch, welcher Arbeitsschritt sich konkret verändert hat. Bereiche mit niedriger Nutzung bekommen nicht die nächste Schulungswelle, sondern Begleitung am Arbeitsplatz und eine ehrliche Prüfung, ob die angebotenen Anwendungsfälle dort Relevanz haben. Die Messlogik vertieft der Beitrag zum Nutzungsgrad statt Schulungsquote.

Wie sieht ein realistischer Fahrplan für zwölf Monate aus?

Ein umsetzbares Vorgehen für ein mittleres Institut folgt vier Quartalen. Im ersten Quartal wird die Führungsebene befähigt, und je Bereich werden zwei konkrete Anwendungsfälle festgelegt. Im zweiten Quartal folgen Anwendertrainings an realen Prozessen. Ab dem dritten Quartal werden Multiplikatoren etabliert und Nutzungsdaten je Bereich berichtet. Im vierten Quartal wird nachgeschärft: Was trägt, wird Standard, was niemand nutzt, wird eingestellt. Dieses Vorgehen dokumentiert rollenbezogene Maßnahmen und belegt Artikel 4 damit besser als jede Sammelquittung.

Prozesskette: 1. Quartal 1: Führung befähigen (zwei Anwendungsfälle je Bereich); 2. Quartal 2: Anwender trainieren (an realen Prozessen); 3. Quartal 3: Multiplikatoren (Nutzungsdaten je Bereich berichten); 4. Quartal 4: Nachschärfen (Standard oder einstellen). Darstellung: Sotica

Was das Management jetzt festlegen sollte

  1. Die Befähigung nach Rollen staffeln: Breite, Anwender, Multiplikatoren.

  2. Mit der Führungsebene beginnen, als erste Anwendergruppe mit eigenen Fällen.

  3. Je Bereich zwei Anwendungsfälle festlegen, an denen geübt und gemessen wird.

  4. Maßnahmen und Nutzung dokumentieren, statt nur Teilnahmen zu zählen.

  5. Quartalsweise nachschärfen: Was trägt, wird Standard, was niemand nutzt, wird eingestellt.

Häufige Fragen

Muss jede Mitarbeiterin ein KI-Zertifikat erwerben?
Nein. Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz, abgestimmt auf Rolle und Einsatzkontext, aber kein Zertifikat und kein garantiertes Niveau je Person.

Hat die Änderung durch die Verordnung (EU) 2026/1744 die Pflicht abgeschafft?
Nein. Die Pflicht gilt weiter für Anbieter und Betreiber, der Wortlaut stellt aber auf Maßnahmen zur Förderung der Kompetenz ab statt auf ein sicherzustellendes Niveau.

Wie lässt sich die Erfüllung belegen?
Durch dokumentierte, rollenbezogene Befähigung an realen Prozessen und durch Nutzungsdaten je Bereich, nicht durch eine bloße Teilnahmequote.

Weitere Beiträge zu Befähigung, Assistenten und Nutzung bündelt das Dossier KI im Arbeitsalltag.

Ob das eigene Programm Pflicht oder Befähigung erzeugt, lässt sich an einer Frage ablesen: Welcher Arbeitsschritt ist seit der letzten Schulung anders? Wir freuen uns, diese Frage gemeinsam zu betrachten.

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Redaktion · Beiträge aus der Beratungspraxis

Ein Thema, das gerade beschäftigt?

Gemeinsam einordnen, was daraus folgt.

Titelbild zum Beitrag „KI-Kompetenz in der Sparkasse: Pflicht erfüllt heißt nicht befähigt“

Die wichtigsten Erkenntnisse

Artikel 4 verlangt Maßnahmen, kein Zertifikat

Befähigung nach Rollen statt Modul für alle

Gemessen wird der Arbeitsalltag, nicht die Quote

Die Schulung ist absolviert, gearbeitet wird wie vorher

Viele Sparkassen haben inzwischen ein KI-Schulungsprogramm, ein Lernmodul für alle und eine Teilnahmequote für den Bericht. Ob sich danach an den Arbeitsplätzen etwas verändert hat, misst kaum jemand. Die Pflicht gilt als erfüllt, die Befähigung ist offen.

Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt Maßnahmen zur KI-Kompetenz, keine Zertifikate. KI-Kompetenz entsteht in einer Sparkasse nicht durch absolvierte Pflichtmodule, sondern durch rollenbezogene, begleitete Anwendung an den eigenen Prozessen, und genau diese Form der Befähigung belegt die Pflicht zugleich am besten.

Was verlangt Artikel 4 der KI-Verordnung genau?

Artikel 4 der europäischen KI-Verordnung gilt seit dem 2. Februar 2025 und richtet sich an Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, also auch an jede Sparkasse, die einen KI-Assistenten einsetzt. Ursprünglich verlangte er, nach besten Kräften für ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz des Personals zu sorgen, unter Berücksichtigung von Vorwissen, Erfahrung, Ausbildung und Einsatzkontext. Mit der Änderungsverordnung (EU) 2026/1744, in Kraft seit dem 27. Juli 2026, wurde der Wortlaut angepasst: Anbieter und Betreiber ergreifen Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz, ein bestimmtes Kompetenzniveau je Person müssen sie nicht garantieren.

Für die Praxis heißt das zweierlei. Formal ist die Pflicht mit nachvollziehbaren Maßnahmen erfüllbar, ein Prüfungszertifikat verlangt sie nicht. Wirtschaftlich ändert die Anpassung nichts: Ein Institut, das KI-Tools bereitstellt, hat nur dann einen Nutzen davon, wenn Menschen sie sicher und wirksam einsetzen. Die ausführliche rechtliche Einordnung bietet der Beitrag Artikel 4 AI Act: Was nach dem Omnibus von der KI-Kompetenz bleibt.

Wie groß ist die Aufgabe in der Sparkassen-Finanzgruppe?

Groß. Die Finanz Informatik nennt in ihrem Praxisbericht zum S-KIPilot vom Juli 2026 das Ziel, rund 200.000 Beschäftigte in der Sparkassen-Finanzgruppe für den souveränen Umgang mit KI zu befähigen. Der Zugang zum S-KIPilot ist nur für nachweislich qualifizierte Mitarbeitende vorgesehen. Befähigung ist damit nicht nur Kompetenzfrage, sondern auch Voraussetzung dafür, dass das Tool überhaupt bei allen ankommt.

Branchenübergreifend wächst das Schulungsangebot der Unternehmen deutlich. Nach der repräsentativen Bitkom-Befragung vom September 2026 schulen 70 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten im Umgang mit KI: 11 Prozent alle Beschäftigten, 22 Prozent einen Großteil, 37 Prozent ausgewählte Beschäftigte. 25 Prozent bieten keinerlei Schulung an, ein Jahr zuvor waren es 43 Prozent. Der Tool-Zugang wird Normalität, der Vorsprung entsteht durch die Zahl der Menschen, die Tools wirksam einsetzen.

Balkendiagramm, Angebot von KI-Schulungen, Anteil der Unternehmen ab 20 Beschäftigten: für alle Beschäftigten 11 Prozent; für einen Großteil 22 Prozent; für ausgewählte Beschäftigte 37 Prozent; keine KI-Schulungen 25 Prozent (2025: 43 Prozent). Quelle: Bitkom, Erstmals nutzt die Mehrheit der Unternehmen KI, n = 603, Juli/August 2026

Warum erzeugen Pflichtmodule keine Kompetenz?

Weil Kompetenz sich im Handeln zeigt, nicht im Wissen. Wer nach der Schulung nicht weiß, welchen eigenen Arbeitsschritt er ab morgen anders erledigt, hat eine Teilnahmebestätigung erworben, keine Fähigkeit. Ein zweistündiges Modul für alle erfüllt den Zweck einer Quote für den Prüfungsbericht, verändert aber kein Verhalten am Arbeitsplatz.

Dass genau hier die Lücke liegt, zeigt sich dort am deutlichsten, wo die Tools längst verfügbar sind. Warum ein ausgerollter Assistent noch kein genutzter Assistent ist, beschreibt der Beitrag zur Nutzung des S-KIPilot in Sparkassen.

Welche Rollen brauchen welche Tiefe?

Ein tragfähiges Befähigungskonzept unterscheidet mindestens drei Ebenen. Die Breite: Alle Beschäftigten verstehen, was generative KI leistet, wo sie systematisch irrt, welche Daten in welches Tool dürfen und wie ein Ergebnis geprüft wird. Die Anwenderinnen und Anwender: Rollen mit täglichem KI-Kontakt trainieren an ihren realen Prozessen, vom Posteingang bis zur Gesprächsvorbereitung. Die Multiplikatoren: Je Bereich sammeln ein bis zwei Personen Anwendungsfälle, leiten Kolleginnen und Kollegen an und geben Rückmeldungen in die Weiterentwicklung.

Alles darüber hinaus, von Modellarchitekturen bis zu technischen Details der Sprachverarbeitung, ist für die Fläche Ballast. Der Maßstab bleibt: Jeder Inhalt muss sich an einem konkreten Arbeitsschritt festmachen lassen. Wie solche Formate aufgebaut werden, zeigt der Beitrag zu anwendbaren KI-Schulungen.

Welche Rolle spielen die Führungskräfte?

Die entscheidende. Wo die Bereichsleiterin eigene Anwendungsfälle zeigt, Ergebnisse im Termin einfordert und Zeit für das Ausprobieren freigibt, wird gearbeitet. Wo das Thema an die Personalentwicklung delegiert wird, bleibt es Schulungsstoff. Deshalb gehört die Führungsmannschaft an den Anfang jedes Befähigungsprogramms, als erste Anwendergruppe mit eigenen Fällen.

Bei einer vergleichbaren Sparkasse berichten nach einem KI-Führungsprogramm im laufenden Arbeitsrhythmus über 80 Prozent der Teilnehmenden von deutlich gestärkter KI-Kompetenz. Warum die Führungsmitte so oft zum Engpass wird, beschreibt der Beitrag zum mittleren Management in der KI-Transformation.

Woran misst eine Sparkasse den Fortschritt?

Nicht an der Schulungsquote. Brauchbare Messgrößen sind die wöchentlich aktiven Nutzenden je Bereich, die Zahl dokumentierter Anwendungsfälle im Alltag, der Zeitgewinn in ausgewählten Referenzprozessen und die Frage im Mitarbeitergespräch, welcher Arbeitsschritt sich konkret verändert hat. Bereiche mit niedriger Nutzung bekommen nicht die nächste Schulungswelle, sondern Begleitung am Arbeitsplatz und eine ehrliche Prüfung, ob die angebotenen Anwendungsfälle dort Relevanz haben. Die Messlogik vertieft der Beitrag zum Nutzungsgrad statt Schulungsquote.

Wie sieht ein realistischer Fahrplan für zwölf Monate aus?

Ein umsetzbares Vorgehen für ein mittleres Institut folgt vier Quartalen. Im ersten Quartal wird die Führungsebene befähigt, und je Bereich werden zwei konkrete Anwendungsfälle festgelegt. Im zweiten Quartal folgen Anwendertrainings an realen Prozessen. Ab dem dritten Quartal werden Multiplikatoren etabliert und Nutzungsdaten je Bereich berichtet. Im vierten Quartal wird nachgeschärft: Was trägt, wird Standard, was niemand nutzt, wird eingestellt. Dieses Vorgehen dokumentiert rollenbezogene Maßnahmen und belegt Artikel 4 damit besser als jede Sammelquittung.

Prozesskette: 1. Quartal 1: Führung befähigen (zwei Anwendungsfälle je Bereich); 2. Quartal 2: Anwender trainieren (an realen Prozessen); 3. Quartal 3: Multiplikatoren (Nutzungsdaten je Bereich berichten); 4. Quartal 4: Nachschärfen (Standard oder einstellen). Darstellung: Sotica

Was das Management jetzt festlegen sollte

  1. Die Befähigung nach Rollen staffeln: Breite, Anwender, Multiplikatoren.

  2. Mit der Führungsebene beginnen, als erste Anwendergruppe mit eigenen Fällen.

  3. Je Bereich zwei Anwendungsfälle festlegen, an denen geübt und gemessen wird.

  4. Maßnahmen und Nutzung dokumentieren, statt nur Teilnahmen zu zählen.

  5. Quartalsweise nachschärfen: Was trägt, wird Standard, was niemand nutzt, wird eingestellt.

Häufige Fragen

Muss jede Mitarbeiterin ein KI-Zertifikat erwerben?
Nein. Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz, abgestimmt auf Rolle und Einsatzkontext, aber kein Zertifikat und kein garantiertes Niveau je Person.

Hat die Änderung durch die Verordnung (EU) 2026/1744 die Pflicht abgeschafft?
Nein. Die Pflicht gilt weiter für Anbieter und Betreiber, der Wortlaut stellt aber auf Maßnahmen zur Förderung der Kompetenz ab statt auf ein sicherzustellendes Niveau.

Wie lässt sich die Erfüllung belegen?
Durch dokumentierte, rollenbezogene Befähigung an realen Prozessen und durch Nutzungsdaten je Bereich, nicht durch eine bloße Teilnahmequote.

Weitere Beiträge zu Befähigung, Assistenten und Nutzung bündelt das Dossier KI im Arbeitsalltag.

Ob das eigene Programm Pflicht oder Befähigung erzeugt, lässt sich an einer Frage ablesen: Welcher Arbeitsschritt ist seit der letzten Schulung anders? Wir freuen uns, diese Frage gemeinsam zu betrachten.

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Gemeinsam einordnen, was daraus folgt.

Titelbild zum Beitrag „KI-Kompetenz in der Sparkasse: Pflicht erfüllt heißt nicht befähigt“

Die wichtigsten Erkenntnisse

Artikel 4 verlangt Maßnahmen, kein Zertifikat

Befähigung nach Rollen statt Modul für alle

Gemessen wird der Arbeitsalltag, nicht die Quote

Die Schulung ist absolviert, gearbeitet wird wie vorher

Viele Sparkassen haben inzwischen ein KI-Schulungsprogramm, ein Lernmodul für alle und eine Teilnahmequote für den Bericht. Ob sich danach an den Arbeitsplätzen etwas verändert hat, misst kaum jemand. Die Pflicht gilt als erfüllt, die Befähigung ist offen.

Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt Maßnahmen zur KI-Kompetenz, keine Zertifikate. KI-Kompetenz entsteht in einer Sparkasse nicht durch absolvierte Pflichtmodule, sondern durch rollenbezogene, begleitete Anwendung an den eigenen Prozessen, und genau diese Form der Befähigung belegt die Pflicht zugleich am besten.

Was verlangt Artikel 4 der KI-Verordnung genau?

Artikel 4 der europäischen KI-Verordnung gilt seit dem 2. Februar 2025 und richtet sich an Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, also auch an jede Sparkasse, die einen KI-Assistenten einsetzt. Ursprünglich verlangte er, nach besten Kräften für ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz des Personals zu sorgen, unter Berücksichtigung von Vorwissen, Erfahrung, Ausbildung und Einsatzkontext. Mit der Änderungsverordnung (EU) 2026/1744, in Kraft seit dem 27. Juli 2026, wurde der Wortlaut angepasst: Anbieter und Betreiber ergreifen Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz, ein bestimmtes Kompetenzniveau je Person müssen sie nicht garantieren.

Für die Praxis heißt das zweierlei. Formal ist die Pflicht mit nachvollziehbaren Maßnahmen erfüllbar, ein Prüfungszertifikat verlangt sie nicht. Wirtschaftlich ändert die Anpassung nichts: Ein Institut, das KI-Tools bereitstellt, hat nur dann einen Nutzen davon, wenn Menschen sie sicher und wirksam einsetzen. Die ausführliche rechtliche Einordnung bietet der Beitrag Artikel 4 AI Act: Was nach dem Omnibus von der KI-Kompetenz bleibt.

Wie groß ist die Aufgabe in der Sparkassen-Finanzgruppe?

Groß. Die Finanz Informatik nennt in ihrem Praxisbericht zum S-KIPilot vom Juli 2026 das Ziel, rund 200.000 Beschäftigte in der Sparkassen-Finanzgruppe für den souveränen Umgang mit KI zu befähigen. Der Zugang zum S-KIPilot ist nur für nachweislich qualifizierte Mitarbeitende vorgesehen. Befähigung ist damit nicht nur Kompetenzfrage, sondern auch Voraussetzung dafür, dass das Tool überhaupt bei allen ankommt.

Branchenübergreifend wächst das Schulungsangebot der Unternehmen deutlich. Nach der repräsentativen Bitkom-Befragung vom September 2026 schulen 70 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten im Umgang mit KI: 11 Prozent alle Beschäftigten, 22 Prozent einen Großteil, 37 Prozent ausgewählte Beschäftigte. 25 Prozent bieten keinerlei Schulung an, ein Jahr zuvor waren es 43 Prozent. Der Tool-Zugang wird Normalität, der Vorsprung entsteht durch die Zahl der Menschen, die Tools wirksam einsetzen.

Balkendiagramm, Angebot von KI-Schulungen, Anteil der Unternehmen ab 20 Beschäftigten: für alle Beschäftigten 11 Prozent; für einen Großteil 22 Prozent; für ausgewählte Beschäftigte 37 Prozent; keine KI-Schulungen 25 Prozent (2025: 43 Prozent). Quelle: Bitkom, Erstmals nutzt die Mehrheit der Unternehmen KI, n = 603, Juli/August 2026

Warum erzeugen Pflichtmodule keine Kompetenz?

Weil Kompetenz sich im Handeln zeigt, nicht im Wissen. Wer nach der Schulung nicht weiß, welchen eigenen Arbeitsschritt er ab morgen anders erledigt, hat eine Teilnahmebestätigung erworben, keine Fähigkeit. Ein zweistündiges Modul für alle erfüllt den Zweck einer Quote für den Prüfungsbericht, verändert aber kein Verhalten am Arbeitsplatz.

Dass genau hier die Lücke liegt, zeigt sich dort am deutlichsten, wo die Tools längst verfügbar sind. Warum ein ausgerollter Assistent noch kein genutzter Assistent ist, beschreibt der Beitrag zur Nutzung des S-KIPilot in Sparkassen.

Welche Rollen brauchen welche Tiefe?

Ein tragfähiges Befähigungskonzept unterscheidet mindestens drei Ebenen. Die Breite: Alle Beschäftigten verstehen, was generative KI leistet, wo sie systematisch irrt, welche Daten in welches Tool dürfen und wie ein Ergebnis geprüft wird. Die Anwenderinnen und Anwender: Rollen mit täglichem KI-Kontakt trainieren an ihren realen Prozessen, vom Posteingang bis zur Gesprächsvorbereitung. Die Multiplikatoren: Je Bereich sammeln ein bis zwei Personen Anwendungsfälle, leiten Kolleginnen und Kollegen an und geben Rückmeldungen in die Weiterentwicklung.

Alles darüber hinaus, von Modellarchitekturen bis zu technischen Details der Sprachverarbeitung, ist für die Fläche Ballast. Der Maßstab bleibt: Jeder Inhalt muss sich an einem konkreten Arbeitsschritt festmachen lassen. Wie solche Formate aufgebaut werden, zeigt der Beitrag zu anwendbaren KI-Schulungen.

Welche Rolle spielen die Führungskräfte?

Die entscheidende. Wo die Bereichsleiterin eigene Anwendungsfälle zeigt, Ergebnisse im Termin einfordert und Zeit für das Ausprobieren freigibt, wird gearbeitet. Wo das Thema an die Personalentwicklung delegiert wird, bleibt es Schulungsstoff. Deshalb gehört die Führungsmannschaft an den Anfang jedes Befähigungsprogramms, als erste Anwendergruppe mit eigenen Fällen.

Bei einer vergleichbaren Sparkasse berichten nach einem KI-Führungsprogramm im laufenden Arbeitsrhythmus über 80 Prozent der Teilnehmenden von deutlich gestärkter KI-Kompetenz. Warum die Führungsmitte so oft zum Engpass wird, beschreibt der Beitrag zum mittleren Management in der KI-Transformation.

Woran misst eine Sparkasse den Fortschritt?

Nicht an der Schulungsquote. Brauchbare Messgrößen sind die wöchentlich aktiven Nutzenden je Bereich, die Zahl dokumentierter Anwendungsfälle im Alltag, der Zeitgewinn in ausgewählten Referenzprozessen und die Frage im Mitarbeitergespräch, welcher Arbeitsschritt sich konkret verändert hat. Bereiche mit niedriger Nutzung bekommen nicht die nächste Schulungswelle, sondern Begleitung am Arbeitsplatz und eine ehrliche Prüfung, ob die angebotenen Anwendungsfälle dort Relevanz haben. Die Messlogik vertieft der Beitrag zum Nutzungsgrad statt Schulungsquote.

Wie sieht ein realistischer Fahrplan für zwölf Monate aus?

Ein umsetzbares Vorgehen für ein mittleres Institut folgt vier Quartalen. Im ersten Quartal wird die Führungsebene befähigt, und je Bereich werden zwei konkrete Anwendungsfälle festgelegt. Im zweiten Quartal folgen Anwendertrainings an realen Prozessen. Ab dem dritten Quartal werden Multiplikatoren etabliert und Nutzungsdaten je Bereich berichtet. Im vierten Quartal wird nachgeschärft: Was trägt, wird Standard, was niemand nutzt, wird eingestellt. Dieses Vorgehen dokumentiert rollenbezogene Maßnahmen und belegt Artikel 4 damit besser als jede Sammelquittung.

Prozesskette: 1. Quartal 1: Führung befähigen (zwei Anwendungsfälle je Bereich); 2. Quartal 2: Anwender trainieren (an realen Prozessen); 3. Quartal 3: Multiplikatoren (Nutzungsdaten je Bereich berichten); 4. Quartal 4: Nachschärfen (Standard oder einstellen). Darstellung: Sotica

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  1. Die Befähigung nach Rollen staffeln: Breite, Anwender, Multiplikatoren.

  2. Mit der Führungsebene beginnen, als erste Anwendergruppe mit eigenen Fällen.

  3. Je Bereich zwei Anwendungsfälle festlegen, an denen geübt und gemessen wird.

  4. Maßnahmen und Nutzung dokumentieren, statt nur Teilnahmen zu zählen.

  5. Quartalsweise nachschärfen: Was trägt, wird Standard, was niemand nutzt, wird eingestellt.

Häufige Fragen

Muss jede Mitarbeiterin ein KI-Zertifikat erwerben?
Nein. Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz, abgestimmt auf Rolle und Einsatzkontext, aber kein Zertifikat und kein garantiertes Niveau je Person.

Hat die Änderung durch die Verordnung (EU) 2026/1744 die Pflicht abgeschafft?
Nein. Die Pflicht gilt weiter für Anbieter und Betreiber, der Wortlaut stellt aber auf Maßnahmen zur Förderung der Kompetenz ab statt auf ein sicherzustellendes Niveau.

Wie lässt sich die Erfüllung belegen?
Durch dokumentierte, rollenbezogene Befähigung an realen Prozessen und durch Nutzungsdaten je Bereich, nicht durch eine bloße Teilnahmequote.

Weitere Beiträge zu Befähigung, Assistenten und Nutzung bündelt das Dossier KI im Arbeitsalltag.

Ob das eigene Programm Pflicht oder Befähigung erzeugt, lässt sich an einer Frage ablesen: Welcher Arbeitsschritt ist seit der letzten Schulung anders? Wir freuen uns, diese Frage gemeinsam zu betrachten.

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